
Bauträger: ARWAG
Architektur: AllesWirdGut / Gerner Gerner Plus.
Landschaftsplaner: D\D Landschaftsarchitektur
Soziale Nachhaltigkeit: Mag.a Sonja Gruber
21., Orasteig II
Wohneinheiten: 29
22., Aspernstraße
Wohneinheiten: 51
Heimplätze: 8
22., Naufahrtweg 16
Heimplätze: 16
Die folgenden Inhalte zeigen, was das Team des Siegerprojekts für den Bauträgerwettbewerb eingereicht hat – insbesondere zum Schwerpunktthema "Planung nach kreislaufwirtschaftlichen Prinzipien".
Quellen (sofern nicht anders angeführt): Auszüge aus den Einreichunterlagen
Flexibilität der Konstruktion, der Struktur und Funktion sind wesentliche Punkte um die Langlebigkeit eines Gebäudes zu gewährleisten. Das entwickelte Holzbaukastensystem reagiert auf die Herausforderungen der Klimakrise. Es erfordert im Lebenszyklus einen geringeren Materialaufwand (Suffizienz), kombiniert materialgerechte Bauweisen mit einem innovativen Energiesystem und vernünftigen Grundrissen (Effizienz), und schafft langlebige, flexible Raumstrukturen sowie Bauteile (Konsistenz).
Die Flexibilität der Konstruktion wird durch ein offenes Tragwerksystem, und durch demontierbare Aufbauten sichergestellt. Das Konstruktionsprinzip „Schrauben statt Kleben“ schafft im Laufe des Gebäudelebenszyklus Spielraum für Adaptionen und vermeidet im Zuge zukünftiger Anpassungen ansonsten anfallenden Müll. Balkone, Terrassen und außenliegende Erschließungen werden selbsttragend davorgestellt und sind somit konstruktiv unabhängig, was effiziente Bauabfolgen und konsistente Konstruktionen schafft.


Die Modularität des Tragwerks schafft strukturelle Flexibilität und ermöglicht simultan flächeneffiziente sowie flexible Grundrisse. So wird die Option geboten, das Gebäude zukünftigen Nutzungsanforderungen mit vergleichbar wenig Aufwand anzupassen. Diese Nutzungsneutralität wird durch die Reduktion von tragenden Innenwänden, klare Schachtpositionierung, welche Sanitär und Küchenleitungen bündeln, und effizienten Nasszellenlayouts gestärkt.
Durch das statische ,,Freispielen“ der Randbereiche (4m von der Außenwand) ist es möglich ganze Geschoße zu einem Raum zusammenzulegen oder in einer vielfältigen Grundrisskonzeption zu unterteilen. Die Reduktion von tragenden Trennelementen im Gebäudeinneren festigt die Wandelbarkeit der Grundrisse, ermöglicht es Wohnungen zu erweitern oder dem Gebäude als Ganzes einer funktionalen Transformation zuzuführen.
Um der Aufgabe eines umweltschonenden Projekts gerecht zu werden, wählten wir einen ökologischen Ansatz auf mehreren Ebenen. Zu Beginn definierten wir folgende Schutzziele:
- Schutz des Ökosystems
- Schonung von Ressourcen
- Menschliche Gesundheit
Unser Beitrag erfüllt diese Schutzziele in allen Phasen des Gebäudelebenszyklus.
Herstellung / Errichtung
Die Reduktion der in Baustoffen gebundenen Energie ist der erste Schritt. Dies geschieht durch den Einsatz von energieschonenden Baustoffalternative und dem Schaffen von konsistenten Konstruktionen. Die Maßnahmen umfassen:
- Einsatz von Holz wo es technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist
- Verwendung von recyceltem Zellulose Dämmstoffen (wo brandtechnisch möglich, Orasteig II, Naufahrtweg) sowie von recyceltem Beton wo es möglich ist
- Verwendung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft mit den entsprechenden Zertifizierungen (FSC-Zertifikat samt dazugehörigen CoC Zertifikat)
- Holzherkunft aus einem Mitgliedsstaat der europäischen Union
- Hoher Vorfertigungsgrad
- Auf Material und Kosten optimierte Fenstergrößen
- Vermeidung unnötiger Transportwege (z.B. Verwendung des Erdaushubes am eigenen Bauplatz)
Ökologisch problematische Stoffe und Toxine wirken sich auf die Gesundheit der BewohnerInnen und auf das Ökosystems aus. Das Verbauen von Stoffen mit einer möglichst geringen Umwelteinwirkung und zugleich das Schaffen einer möglichst gesunden Wohnumgebung erreichen wir, durch das Sicherstellen von Grenzwerten bzw. dem Verbot von solchen Inhaltstoffen im Zuge der Ausschreibung unter zu Grunde Legung von bauXund bzw. Ökobaukriterien.
Betrieb
Um im Laufe des Lebenszyklus anfallende Abfälle zu vermeiden bzw. zu reduzieren setzen wir auf in Kooperation mit Holzbau Weissenseer erstellte konsistente Konstruktionen. Diese ermöglichen durch die Anwendung des Prinzips ,,Schrauben statt Kleben“ eine reparaturfreundliche Bauweise. Das flexible Baukastensystem ermöglicht dem Gebäude sich auf zukünftige Nutzungsanforderungen anzupassen und so einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung zu schaffen.
Entsorgung
Am Ende des Lebenszyklus eines Gebäudes gilt es wiederverwendbare Baustoffe von Problemstoffen zu trennen. Der digitale Zwilling ermöglicht eine genaue Prognose von zu entsorgenden Inhaltsstoffen bzw. von Bauteilen für die eine weitere Verwendung möglich ist.
Durch den Verzicht auf großflächiges Kleben innerhalb der Konstruktion ist es möglich diese nach ihrer Nutzung sortenrein zu trennen. Um eine stoffgerechte Weiterverwendung bzw. Verwertung zu ermöglich wird auf Verbundstoffe möglichst verzichtet. Darauf wird in den Aufbauten der Konstruktion Rücksicht genommen, aber auch im Zuge der Ausschreibung darauf verwiesen.
Durch die gewählte Bauweise im Zusammenspiel mit dem digitalen Zwilling könnten in weiterer Folge ganze Bauteile beim Abbruch sofort und automatisiert einer neuen Nutzung in einem neuen Projekt zugeführt werden. Auch wird an einem Konzept einer Rücknahmegarantie der Holzelemente mit Holzbau Weissenseer gearbeitet um ein Materialdepot für die Zukunft zu schaffen.
Im Rahmen von Bauträgerwettbewerben reichen Projektteams detailliert gestaltete Schautafeln ein, um ihr Projekt bestmöglich zu präsentieren. Nachfolgend finden Sie alle Tafeln des Projekts "4x4 | der Holzpilot" zur Ansicht bzw. hochauflösend zum Download.