Bauplatz E - Fuge und Faltung

Zwischenstand August 2026

E

Bauträger:

EBG


Architektur:

Klammer Zeleny ZT


Landschaftsplanung:

Korbwurf


Soziale Nachhaltigkeit:

wohnbund:consult


derzeit geplantes Wohnungsangebot:

165 geförderte Mietwohnungen


Schwerpunktthemen:

  • Vielfältige Wohnformen
  • Wohnsicherheit
  • Kreislaufwirtschaft


Baubeginn:

vorauss. Q4/2028

Leitidee

Das Projekt „Fuge und Faltung“ versteht sich als integrativer Baustein eines zukunftsorientierten Stadtquartiers, das Wohnen nicht ausschließlich als private Nutzungseinheit begreift, sondern als sozialen und räumlichen Organismus, der soziale Infrastruktur für ein langfristig tragfähiges, gemeinschaftsorientiertes Wohnen ermöglicht. Ausgangspunkt des Entwurfs ist die Idee eines vielfältigen, generationenübergreifenden Wohnens, das unterschiedliche Lebensmodelle miteinander verbindet und Raum für gemeinschaftliche Prozesse schafft.

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Präsentationstafeln zum Download

Nachfolgend finden Sie alle Tafeln des Projekts zum Download.


Tafeln

Architektur

Die Architektur reagiert mit differenzierten Baukörpern und strukturierten Fassaden auf die Maßstäblichkeit des Quartiers. Es entstehen klar definierte Stadträume mit hoher Aufenthaltsqualität, die sowohl Rückzug als auch Gemeinschaft ermöglichen. Die Erdgeschosszonen werden als aktive Schnittstelle zwischen Gebäude und öffentlichem Raum gestaltet: Durch transparente Nutzungen, viele Eingänge und Sichtbeziehungen entsteht eine lebendige Adressbildung.

Das Konzept besteht aus zwei unterschiedlichen Gebäudestrukturen:

  • Der gefaltete Riegel entlang der Adressader bildet eine markante städtebauliche Figur mit bewegter Silhouette. Die Faltung verbessert Belichtung, Belüftung und Ausblicke, schafft private Freiräume, reduziert direkte Nachbarschaftseinblicke und wirkt gleichzeitig als natürlicher Sonnenschutz und Windschutz. Ein klares Raster ermöglicht rationelles Bauen und langfristige Anpassungsfähigkeit der Wohnungen.
  • Die drei windmühlenartig angeordneten Gebäudekronen schaffen durch ihre Zwischenräume sogenannte „Fugen“ als gemeinschaftliche Mehrwertbereiche. Diese bringen Licht in die Erschließung und bieten Raum für Begegnung, Aneignung und gemeinschaftliche Aktivitäten. Innovative Wohnformen wie Maisonettewohnungen, Wintergärten, erhöhte Räume oder flexibel zuschaltbare Zimmer ermöglichen eine hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lebenssituationen.

Die Wohnungen basieren auf einem einfachen, flexiblen Grundraster, das unterschiedliche Grundrisstypen und zukünftige Veränderungen ermöglicht. Offene Grundrisse, gut belichtete Wohnbereiche und effizient organisierte Nebenräume schaffen hohe Wohnqualität auf kompakter Fläche.

Ein zentrales Element ist das vorgelagerte Freiraumregal, das Balkone, Begrünung und Sonnenschutz verbindet. Es erweitert den privaten Wohnraum, unterstützt die Klimaanpassung und schafft zusätzliche Aufenthaltsqualität.

Insgesamt entsteht ein robustes, flexibles und sozial orientiertes Wohngebäude, das städtebauliche Präsenz mit hoher Wohnqualität, Gemeinschaft und langfristiger Anpassungsfähigkeit verbindet.

Soziale Nachhaltigkeit

Das Projekt verfolgt das Ziel, soziale Nachhaltigkeit durch Begegnung, Teilhabe und generationenübergreifendes Zusammenleben zu fördern. Die Grundidee von „Fuge und Faltung“ beschreibt dabei zwei zentrale Prinzipien: Die Fugen schaffen verbindende Zwischenräume zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, während die Faltung unterschiedliche Wohn- und Lebensformen räumlich miteinander verbindet.

Statt eines rein funktionalen Gebäudes entsteht ein offenes, anpassungsfähiges System aus privaten Wohnungen, gemeinschaftlichen Bereichen und aktivierten Erdgeschosszonen. Die gemeinschaftlichen Angebote erweitern den individuellen Wohnraum und schaffen vielfältige Möglichkeiten für Austausch, Unterstützung und Beteiligung.

Auf Quartiersebene öffnet sich das Projekt mit Angeboten für die Nachbarschaft:

  • Ein Generationen-Bewegungszentrum bietet Raum für Sport, Bewegung, Kurse und Veranstaltungen für alle Altersgruppen und setzt auf inklusive Nutzungsmöglichkeiten.
  • Der Lern-Hub schafft Räume für Lernen, Arbeiten und Homeoffice.
  • Das Park-Foyer mit Grätzelloge bildet einen zentralen Begegnungsort für Bewohner:innen und Quartier und ermöglicht Veranstaltungen, Nachbarschaftstreffen und gemeinschaftliche Aktivitäten.

Für die Hausgemeinschaft stehen ergänzende soziale Infrastrukturen zur Verfügung, darunter Kinder- und Mehrzweckräume, Werkbereiche, Aktivterrassen und Nachbarschaftsloggien. Diese Räume sind bewusst in den Alltag integriert und fördern niederschwellige Begegnungen.

Ein besonderer Fokus liegt auf Identität und Aneignung. Durch Kunst-am-Bau und eine individuelle Gestaltung des Parkfoyers entsteht ein wiedererkennbarer Ort, der Orientierung bietet und die Identifikation der Bewohner:innen mit ihrem Wohnumfeld stärkt.

Soziale Nachhaltigkeit wird als langfristiger Prozess verstanden: Ein Besiedelungsmanagement, Community Building und die Begleitung gemeinschaftlicher Prozesse unterstützen die Entstehung stabiler Nachbarschaften. Die Nutzung der Gemeinschaftsräume wird laufend beobachtet und weiterentwickelt, um dauerhaft passende Angebote für die Bewohner:innen sicherzustellen.

Insgesamt entsteht ein lebendiges, inklusives Quartiersbaustein, der Wohnen mit Gemeinschaft, Gesundheit, Bildung und sozialer Teilhabe verbindet.

Ökologie

Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, der Energieeffizienz, Klimaanpassung, Ressourcenschonung und langfristige Anpassungsfähigkeit miteinander verbindet. Ziel ist ein Gebäude, das über seinen gesamten Lebenszyklus ökologisch, wirtschaftlich und nutzungsorientiert funktioniert.

Ein zentraler Baustein ist die effiziente Energieversorgung über Grundwasser-Wärmepumpen, die den gesamten thermischen Energiebedarf des Gebäudes abdecken können. Ergänzt wird das Konzept durch passive Maßnahmen wie eine hochwertige Gebäudehülle, energieeffiziente Fenster, außenliegenden Sonnenschutz und den Einsatz ökologischer Materialien.

Für ein angenehmes Raumklima sorgen Bauteilaktivierung und Fußbodenheizung bzw. -temperierung, die eine energieeffiziente Wärme- und Kühlversorgung mit hoher Behaglichkeit ermöglichen.

Das Regenwassermanagement nach dem Schwammstadtprinzip reduziert den Wasserverbrauch und unterstützt die Klimaanpassung. Retentionsflächen und Zisternen speichern Niederschläge und stellen Wasser für die Bewässerung der Freiräume bereit.

Auch die Konstruktion folgt den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft: Ein flexibler Skelettbau mit vorgefertigten Holzleichtbauelementen ermöglicht eine ressourcenschonende Errichtung, kurze Bauzeiten und eine hohe Anpassungsfähigkeit. Die klare Trennung von Tragstruktur und Ausbau schafft Spielräume für zukünftige Veränderungen und unterschiedliche Nutzungen.

Die Architektur wird somit nicht als starres Gebäude verstanden, sondern als flexibles und transformierbares System, das langfristig auf veränderte Bedürfnisse reagieren kann und gleichzeitig ökologische sowie wirtschaftliche Nachhaltigkeit sicherstellt.

Ökonomie

Durch eine effiziente Planung und den Einsatz von Fördermitteln wird ein wirtschaftlich tragfähiges Modell mit moderaten Mietkosten umgesetzt.

Die Finanzierung erfolgt nach den Vorgaben des Wiener Wohnbauförderungs- und Sanierungsgesetzes (WWFSG). Die erforderlichen Finanzierungsbeiträge für Bewohner:innen werden bewusst niedrig gehalten:

  • SMART-Wohnungen: geringer Finanzierungsbeitrag und besonders leistbare Nutzungsentgelte; sie eignen sich auch für spezielle Zielgruppen wie Alleinerziehende oder besondere Wohnformen.
  • NORM-Wohnungen: ebenfalls geförderte Wohnungen mit niedrigen Eigenmittelbeiträgen und langfristig leistbaren Mieten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf gemeinschaftlichen Angeboten, die den individuellen Wohnraum ergänzen und soziale Nachhaltigkeit fördern:

  • Das Bewegungszentrum steht den Bewohner:innen kostenlos als Gemeinschaftsfläche zur Verfügung und kann zusätzlich von Vereinen und Nutzer:innen des Quartiers genutzt werden. Einnahmen aus externen Nutzungen unterstützen den langfristigen Betrieb.
  • Der Lern-Hub bietet Räume für Lernen, Arbeiten und Homeoffice und reagiert auf veränderte Arbeits- und Bildungsrealitäten. Auch diese Flächen können flexibel von Bewohner:innen, Vereinen und lokalen Akteur:innen genutzt werden.

Durch die Kombination aus gefördertem Wohnbau, einem hohen Anteil an SMART-Wohnungen und gemeinschaftlich nutzbaren Einrichtungen entsteht ein leistbares, inklusives und zukunftsfähiges Wohnangebot, das Wohnen, Arbeiten und Nachbarschaft miteinander verbindet.

Schwerpunkt: Vielfältige Wohnformen

Das Konzept „Fuge und Faltung“ setzt sich in den Wohnungsgrundrissen fort: Die Wohnungen sind flexibel nutzbare Lebensräume, die unterschiedliche Lebenssituationen aufnehmen können. Die „Fuge“ verbindet Erschließung, Wohnungen und Gemeinschaftsbereiche, schafft Begegnungsräume und erweitert das Wohnen über die private Wohnung hinaus. Durch gemeinschaftlich nutzbare Räume und geteilte Infrastruktur entstehen Flächensynergien und ein bewusster Umgang mit Ressourcen.

Die „Kronen“ bieten ein breites Spektrum an Wohnformen – von kompakten SMART-Wohnungen über flexible Wohnungsgrößen bis hin zu Familienwohnungen und besonderen Typologien wie Maisonetten, Wohnungen mit hohem Raum, Loggien, Wintergärten oder kombinierten Wohn- und Arbeitsbereichen. Ergänzend ermöglichen flexible Grundrissstrukturen unterschiedliche Lebensmodelle, etwa für Alleinerziehende, Starterhaushalte, Wohngruppen oder Tageselternangebote.

Die „Faltung“ prägt die räumliche Qualität der Wohnungen: Geknickte Außenkanten, aufgeweitete Flure, Nischen und Loggien schaffen Orientierung, natürliche Belichtung und vielfältige Raumqualitäten. Statt standardisierter Grundrisse entstehen anpassbare Wohnbereiche, die individuell genutzt und im Laufe des Lebens verändert werden können – etwa durch flexible Arbeitsbereiche, Kinderzonen oder zusammenschaltbare Räume. So entsteht ein vielfältiger, sozial durchmischter Wohnstandort mit hoher Anpassungsfähigkeit und langfristiger Nutzungsqualität.

Schwerpunkt: Wohnsicherheit

Das Konzept der Wohnsicherheit setzt auf Offenheit, Gemeinschaft und klare räumliche Strukturen statt auf Abschottung und technische Überwachung. Durch eine gut lesbare Zonierung von öffentlichen, halböffentlichen und privaten Bereichen sowie eine starke Hausgemeinschaft entsteht ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Orientierung.

Ein zentrales Element ist die „natürliche Überwachung“: Einsehbare Freiräume, transparente Erdgeschoßzonen, gute Beleuchtung und die Vermeidung von Angsträumen stärken die soziale Kontrolle im Alltag. Helle Stiegenhäuser, überschaubare Geschoßgemeinschaften, aufgeweitete Erschließungsbereiche, Atrien und gemeinschaftlich nutzbare Räume schaffen sichere Begegnungsorte und erweitern den privaten Wohnraum.

Die aktive Gemeinschaftsbildung unterstützt die Wohnsicherheit zusätzlich. Die „Grätzelloge“ dient als Treffpunkt für Austausch, Nachbarschaftshilfe und Wissenstransfer. Im Rahmen des Besiedlungsmanagements werden gemeinsam mit Expert:innen, etwa der Polizei, Informationen zu Wohnsicherheit, Prävention, Schutzmaßnahmen und aktuellen Betrugsformen vermittelt. So wird Sicherheit nicht nur baulich, sondern auch durch soziale Vernetzung und gegenseitige Unterstützung geschaffen.


Schwerpunkt: Kreislaufwirtschaft

Das Projekt basiert auf den Prinzipien Variabilität, Serialität und Ressourcenschonung. Ein robustes Stützenraster ermöglicht flexible Nutzungen, einfache Anpassungen sowie Wartung und Reparatur. Lösbare Verbindungen, vorgesetzte Holz- und Faserzementfassaden sowie eine modulare Bauweise unterstützen Langlebigkeit und Rückbaubarkeit.

Die standardisierten Bauteile, Fenster und wiederkehrenden Raster ermöglichen eine effiziente Vorfertigung, reduzieren Kosten und sichern eine klare architektonische Gestaltung. Die Konstruktionen sind auf Dauerhaftigkeit, Trennbarkeit und Wiederverwendbarkeit ausgelegt. Einschränkungen ergeben sich durch Brandschutzanforderungen und den erforderlichen Einsatz von Beton in bestimmten Gebäudebereichen.

Ressourcenschonender Materialeinsatz

Wo möglich, wird Holz als nachwachsender Baustoff eingesetzt: Der Turm E.04 wird vollständig in Holzbauweise errichtet, weitere Gebäude erhalten Holzständerwände und Holzfassaden. Für Bereiche mit erhöhten Brandschutzanforderungen kommt ein optimierter Stahlbeton-Skelettbau mit Recyclingbeton und CO₂-reduzierten Bindemitteln zum Einsatz. Materialeinsparungen erfolgen durch reduzierte Bauteilschichten, recyclingfähige Innenausbaumaterialien, Schafwolldämmung und rückbaubare Bodenaufbauten. Der Einsatz wiederverwendeter Bauteile aus urbanen Materialquellen wird geprüft.

Langlebigkeit und Wiederverwendung

Austauschbare Fassadenelemente, rückbaubare Bodenbeläge und lösbare Konstruktionen ermöglichen eine lange Nutzungsdauer und einfache Reparaturen. Bereits in der Planung werden zerstörungsarme Rückbau- und Wiederverwendungsmöglichkeiten für Betonfertigteile, Fassaden, Dämmstoffe und Bodenaufbauten berücksichtigt.

Aushub und Bodenmanagement

Der vorhandene Boden wird geschützt gelagert und wiederverwendet – etwa für Gründächer, Außenanlagen oder technische Schichten. Die kreislaufwirtschaftlichen Maßnahmen werden über den gesamten Planungs- und Bauprozess begleitet, dokumentiert und mit einem Standardvergleichsobjekt bewertet.

Nachhaltiges Energiekonzept

Die Energieversorgung erfolgt über eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit Grundwassernutzung, ergänzt durch die Möglichkeit von Tiefensonden oder einer Einbindung in ein übergeordnetes Energienetz. Photovoltaikanlagen erzeugen erneuerbaren Strom und unterstützen den Betrieb der Wärmepumpen. Die Warmwasserbereitung erfolgt wohnungsnah über Stationen zur Reduktion von Energieverlusten.

Regenwasser und Klimaanpassung

Nach dem Schwammstadt-Prinzip wird Regenwasser über begrünte Dächer, Zisternen, Versickerung am Grundstück und Speichersysteme zurückgehalten und genutzt.

Passive Maßnahmen und Wohnkomfort

Eine hochwertige Gebäudehülle, effiziente Fenster, außenliegende Verschattung und ökologische Materialien reduzieren Energiebedarf und erhöhen den Wohnkomfort. Die Beheizung und Kühlung erfolgt über effiziente Flächensysteme: im Holzbau über Fußbodenheizung, in Stahlbetonbereichen über thermische Bauteilaktivierung. Die niedrigen Systemtemperaturen ermöglichen einen energieeffizienten Betrieb und ein behagliches Raumklima.