
23., Reklewskigasse
Bauträger: Heimbau
Architektur: Dorner\Matt\Architekten
Landschaftsplaner: Lindle Bukor
Soziale Nachhaltigkeit: realitylab
Wohneinheiten: 128
Geschäftslokale: 7
Bezugstermin: Oktober 2027
Die folgenden Inhalte zeigen, was das Team des Siegerprojekts für den Bauträgerwettbewerb eingereicht hat – insbesondere zum Schwerpunktthema "Planung nach kreislaufwirtschaftlichen Prinzipien".
Quellen (sofern nicht anders angeführt): Auszüge aus den Einreichunterlagen
Das Baukonzept sieht einen Holz-Massivbau mit Diagonaldübel Wand- und Decken-Elementen vor. Dieses naturbelassene und unbehandelte Vollholzelement ohne Verleimung oder Metallverbinder wird in leicht trennbaren Wand- und Deckenkonstruktionen verarbeitet. Wohnungstrennwand und Decke bieten eine unbehandelte, fertige, hoch sorbtionsfähige Innenoberfläche. Solche Wand und Deckenelemente können rückgebaut und gegebenenfalls wieder verwendet werden.
Durch die Wahl der Konstruktion aus unverleimten Massivholz regionaler Herkunft ist die erste und wichtigste Grundlage des kreislauffähigen Bauens gegeben. Mit der speziellen Wahl von unbehandelten verleimten Diagonaldübel ist sichergestellt, dass das Holz am Ende des Lebensweges unproblematisch einer Weiternutzung zugeführt werden kann.

Auch bei den Geschosstrenndecken wird auf Verbundkonstruktionen verzichtet. Somit kommt keine Holzbetonverbunddecken-Konstruktion zur Anwendung. Die bauphysikalisch erforderliche Masse wird durch Splittschüttung in die Deckenkonstruktion eingebracht. Damit ist eine sortenreine Trennung der Konstruktionen einfach möglich.
Auch bei den anderen Konstruktionen wird darauf geachtet, statt auf Verbundkonstruktionen oder verklebte Materialien mechanische Kraftschlüsse herzustellen, die eine leichte Rückbaubarkeit und Trennung der Materialien im Zuge von Umbauarbeiten oder Rückbau ermöglichen. Diesen Gedanken folgend besteht auch das Bestreben der Reduktion der Materialvielfalt. So ist ein weitgehender Verzicht auch für Folien und Kunststoffe in den Grundfunktionen vorgesehen.
Auch bei unvermeidlichen Massivkonstruktionen wird der Gedanke der Kreislaufwirtschaft berücksichtigt. So kommt überall dort, wo dies technisch möglich ist, Recyclingbeton in Kombination mit CO2-reduziertem Zement (klimafreundliche Zemente im Sinne der Taxonomieverordnung) zum Einsatz.
Durch den Verzicht auf Verleimung ist am Ende des Lebenszyklus auch eine thermische Verwertung deutlich einfacher als bei herkömmlichen Holzwerkstoffen.
Die Außenwand wird als hinterlüftete Holzriegelwand konzipiert. Durch den Verzicht auf Verbundkonstruktionen ist ein Rückbau sowie die Trennbarkeit der Konstruktion sichergestellt.
Oberflächenwässer werden vollständig vor Ort zur Versickerung gebracht. Je nach Bodenverhältnissen in Form von Sickermulden oder Sickerschächten. Für automatisch bewässerte Bereiche wird nicht Trinkwasser, sondern lokales Brunnenwasser verwendet. Begrünte Dachflächen ebenso wie das Tiefgaragendach sind retendierend ausgebildet und drosseln den Abfluss in die Grünflächen. Große Baumpflanzungen werden zusätzlich mit Aufbauten des Schwammstadtprinzips ausgestattet.
Materialien der Beläge können als Recyclingmaterial Verwendung finden und ebenso zu einem späteren Zeitpunkt abgebaut und weitergenutzt werden. Schnittgut und andere organische Abfälle werden vor Ort kompostiert und somit wieder in den Kreislauf eingespeist. Im Sinne des animal aided design folgen Bepflanzungen und Nisthilfen den Ansprüchen einzelner ausgesuchter Schlüsselarten, die nach ökologischer Bewertung als Standortgerecht eingestuft werden.
Im Rahmen von Bauträgerwettbewerben reichen Projektteams detailliert gestaltete Schautafeln ein, um ihr Projekt bestmöglich zu präsentieren. Nachfolgend finden Sie alle Tafeln des Projekts "Im Laub" zur Ansicht bzw. hochauflösend zum Download.