Bauplatz D - Eiben Quintett. Fünf Häuser. Ein Zuhause

Zwischenstand August 2026

D

Bauträger:

Schwarzatal


Architektur:

co-form zt / sandbichler architekten


Landschaftsplanung:

YEWO


Soziale Nachhaltigkeit:

Diakoniewerk / WOAL


derzeit geplantes Wohnungsangebot:

151 geförderte Mietwohnungen


Heim:

60 geförderte Heimeinheiten


Lokale:

8 Geschäftslokale


Schwerpunktthemen:

  • Vielfältige Wohnformen
  • Wohnsicherheit
  • Kreislaufwirtschaft
Leitidee

„Fünf Häuser werden als eigenständige Stimmen eines gemeinsamen Ensembles verstanden.

Wie in einem Orchester entsteht die Qualität nicht durch Gleichförmigkeit, sondern durch abgestimmte Vielfalt,

Rhythmus, Resonanz und improvisiertes Zusammenspiel.“

d
Präsentationstafeln zum Download

Nachfolgend finden Sie alle Tafeln des Projekts zum Download.


Tafeln

Architektur

Räumliches Konzept und fünf Häuser:

Das Eiben Quintett versteht sich als Zusammenspiel von fünf eigenständigen Häusern, die sich um einen gemeinschaftlichen grünen Hof gruppieren. Jedes Gebäude besitzt eine eigene Identität und Nutzung, während Infrastruktur, Gemeinschaftsflächen und technische Systeme bewusst geteilt werden. So entsteht ein vielfältiges Ensemble, das Austausch, Nachbarschaft und soziale Durchmischung fördert.

Die fünf Häuser:

  • Prima – das Wandelhaus: Ein flexibles Haus für unterschiedliche Lebensphasen mit Gemeinschaftsraum, Tagesstruktur und anpassbaren Wohnformen. Der Holzhybridbau ermöglicht langfristige Nutzungsflexibilität.
  • Viola – das Verbindungshaus: Verbindet unterschiedliche Bereiche des Ensembles und bietet familiengerechte Wohnungen, Gemeinschaftsangebote sowie soziale Nutzungen.
  • Corda – das Gemeinschaftshaus: Das WOAL-Haus steht für gemeinschaftliches und generationenübergreifendes Wohnen mit großzügigen Gemeinschaftsbereichen und hoher Anpassungsfähigkeit.
  • Fina – das Laubenhaus: Ein kommunikatives Wohnhaus mit begrünten Laubengängen, durchlüfteten Wohnungen, Spiel- und Begegnungsbereichen sowie inklusiven Einrichtungen für Kinder.
  • Baso – das Haus im Hof: Öffnet das Ensemble zum Quartier und schafft mit flexiblen Gemeinschaftsräumen eine Verbindung zwischen Stadt, Park und Innenhof.

Die unterschiedliche Gestaltung der Fassaden und Baukörper verleiht jedem Haus eine eigene Charakteristik und schafft zugleich ein zusammenhängendes Ensemble. Der belebte Sockel mit gemeinschaftlichen und gewerblichen Nutzungen verbindet den öffentlichen Raum mit dem grünen Innenhof.

Baukasten Zukunft:

Ein modulares, ressourcenschonendes Konstruktionsprinzip ermöglicht unterschiedliche Gebäudetypologien und langfristige Anpassungen. Holzbau, flexible Grundrisse, nichttragende Außenwände und rückbaubare Systeme unterstützen eine nachhaltige und wandelbare Nutzung.

Städtebau und Freiraum:

Die Durchlässigkeit des Ensembles verbindet Adressader, Innenhof und Park, verbessert die Durchlüftung und stärkt die Klimaanpassung. Der grüne Innenhof bildet das Zentrum des Projekts und bietet vielfältige Aufenthalts-, Spiel- und Begegnungsbereiche für unterschiedliche Nutzer. Begrünte Dächer, Fassaden, Biodiversitätsflächen, Hochbeete und naturnahe Freiräume fördern Biodiversität, Regenwasserrückhalt und ein angenehmes Mikroklima.

Soziale Nachhaltigkeit

Das Konzept des Eiben Quintetts basiert auf einem inklusiven und generationenübergreifenden Zusammenleben unterschiedlicher Nutzer. Ziel ist ein resilienter Lebensraum, in dem Vielfalt, Teilhabe und gegenseitige Unterstützung selbstverständlich sind. Durch die dauerhafte Einbindung sozialer Träger wie Diakonie und WOAL wird die soziale Qualität des Standorts langfristig gesichert.

Unterschiedliche Angebote wie betreute Wohnformen, Gemeinschaftsräume, Tagesstrukturen, Kinderbetreuung und inklusive Wohnangebote schaffen Begegnungsräume für Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf. Die vielfältigen Nutzer fördern ein lebendiges Miteinander und machen Inklusion im Alltag erlebbar.

Die professionelle soziale Begleitung und das Besiedlungsmanagement wirken als stabilisierender Faktor für die Hausgemeinschaft. Frühzeitige Unterstützung, Konfliktprävention und die Vernetzung mit dem Stadtteil stärken das Vertrauen der Bewohner, fördern soziale Sicherheit und unterstützen eine nachhaltige Quartiersentwicklung.

Ökologie

Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen ökologischen Ansatz mit Fokus auf Biodiversität, Klimaanpassung, Ressourcenschonung und Energieeffizienz. Durch naturnahe Freiräume, begrünte Dächer und Fassaden sowie vielfältige Vegetationsstrukturen entstehen wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen und gleichzeitig attraktive Aufenthaltsbereiche für die Bewohner:innen.

Die begrünten Innenhöfe, Biodiversitätsdächer und unversiegelten Flächen verbessern das Mikroklima, fördern die Verdunstung und reduzieren sommerliche Überhitzung. Gleichzeitig unterstützen sie das Regenwassermanagement, indem Niederschläge gespeichert, verzögert abgegeben und teilweise vor Ort versickert werden. Eine mögliche Zisterne ergänzt den nachhaltigen Umgang mit Wasserressourcen.

Die Freiräume werden naturnah und pflegeleicht gestaltet. Heimische Pflanzen, artenreiche Wiesen, Stauden- und Gehölzflächen sowie strukturreiche Begrünungen schaffen ökologische Trittsteine im urbanen Raum. Auch das Aushubmaterial wird sinnvoll für Geländemodellierungen und Vegetationsflächen weiterverwendet.

Das Energiekonzept setzt auf erneuerbare Quellen und hocheffiziente Systeme. Erdwärmesonden in Kombination mit Wärmepumpen ermöglichen eine energieeffiziente Wärme- und Kälteversorgung. Die thermische Aktivierung von Decken sorgt für angenehmes Raumklima bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Ergänzend reduzieren Wärmerückgewinnung, optimierte Tageslichtnutzung und Photovoltaikanlagen den Energiebedarf.

Durch die Kombination aus Begrünung, erneuerbarer Energieversorgung und ressourcenschonender Planung entsteht ein klimaresilientes Gebäudeensemble mit hoher Aufenthaltsqualität und langfristiger ökologischer Qualität.

Ökonomie

Das Eiben Quintett verfolgt das Ziel, dauerhaft leistbaren und qualitativ hochwertigen Wohnraum zu schaffen. Das Projekt umfasst 151 Wohneinheiten, davon 76 SMART-Wohnungen, 17 Wohnungen im Garconnierenverbund, 60 Heimplätze sowie acht geförderte Gewerbeeinheiten.

Die Finanzierung erfolgt nach den Vorgaben des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes (WGG) und der Wiener Wohnbauförderung. Durch den Einsatz von Eigenmitteln, eine effiziente Holz-Hybrid-Bauweise, langlebige Materialien und eine ressourcenschonende Planung werden langfristig stabile und leistbare Konditionen für Bewohner und Nutzer ermöglicht.

Neben moderaten Mietkonditionen sorgen zusätzliche Entlastungen wie reduzierte Eigenmittelzinsen, ein mietfreier Bezugsmonat und ein reduzierter Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag in den ersten Jahren für Unterstützung in der Startphase. Die Planung berücksichtigt zudem zukünftige Umnutzungsmöglichkeiten sowie gemeinschaftlich nutzbare Räume, die einen nachhaltigen und kosteneffizienten Lebensstil fördern.

Schwerpunkt: Vielfältige Wohnformen

Die unterschiedlichen Wohn- und Betreuungsangebote greifen im Eiben Quintett ineinander und bilden gemeinsam ein resilientes, sozial nachhaltiges Gesamtgefüge. Wie in einem Ensemble entstehen Qualität und Identität nicht durch Gleichförmigkeit, sondern durch das abgestimmte Zusammenspiel unterschiedlicher Stimmen, Lebensrealitäten und Nutzungen.

Durch die bewusste Verbindung von gefördertem Wohnbau, inklusiven Angeboten der Diakonie und den gemeinschaftsorientierten Strukturen von WOAL entsteht ein Quartier, das gesellschaftliche Vielfalt nicht nur abbildet, sondern aktiv fördert. Die Wohnhausanlage wird damit zu einem Ort des Miteinanders, an dem Unterstützung, Teilhabe und Selbstbestimmung selbstverständlich Teil des Alltags sind.

Das Projekt versteht Vielfalt dabei nicht als Nebeneinander einzelner Nutzungen, sondern als Chance für Resonanz, gegenseitige Bereicherung und langfristige soziale Stabilität. Unterschiedliche Generationen, Lebenssituationen und Bedürfnisse werden in einem gemeinsamen räumlichen und sozialen Kontext zusammengeführt. Ergänzt wird dieses vielfältige Wohnangebot durch flexibel nutzbare Smart- und Normwohnungen, die unterschiedlichsten Nutzer:innen-Gruppen gerecht werden und langfristig anpassungsfähig bleiben. Dadurch entsteht ein zukunftsweisendes Modell für leistbares, inklusives und gemeinschaftliches Wohnen, das Antworten auf zentrale gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit gibt und einen nachhaltigen Mehrwert für das gesamte Quartier schafft.

Schwerpunkt: Wohnsicherheit

Das Sicherheitskonzept des Eiben Quintetts basiert auf dem Zusammenspiel von Architektur, Freiraum, sozialer Infrastruktur und gemeinschaftlichem Leben. Sicherheit wird nicht als isolierte technische Maßnahme verstanden, sondern als Ergebnis eines lebendigen, gut vernetzten und sozial stabilen Wohnumfelds.

Wie die einzelnen Stimmen eines Quintetts wirken auch die unterschiedlichen Nutzungen, Bewohner:innen-Gruppen und gemeinschaftlichen Räume zusammen und erzeugen ein belastbares Ensemble aus Präsenz, Orientierung und gegenseitiger Unterstützung. Offen gestaltete und einsehbare Räume, natürlich belichtete Erschließungszonen, belebte Erdgeschosse, gemeinschaftliche Freiräume und vielfältige Begegnungsorte schaffen ein Wohnumfeld, das Vertrauen, Teilhabe und langfristige Stabilität fördert.

So entsteht im Eiben Quintett ein zukunftsweisendes Modell urbaner Wohnsicherheit, das räumliche Qualität, soziale Resilienz, ökologische Nachhaltigkeit und gemeinschaftliches Zusammenleben miteinander verbindet.

Schwerpunkt: Kreislaufwirtschaft

Im Eiben Quintett wird Kreislaufwirtschaft nicht als additive Nachhaltigkeitsstrategie verstanden, sondern als grundlegendes Entwurfsprinzip. Die fünf Häuser bilden ein abgestimmtes Ensemble, dessen konstruktive, funktionale und ökologische Qualität aus dem wirksamen sowie durchdachten Zusammenspiel von Ressourcenschonung, Anpassungsfähigkeit und langfristiger Nutzbarkeit entsteht.

Der „Baukasten Zukunft“ verbindet kreislauffähige Konstruktionen, CO₂-reduzierte Materialien, reversible Verbindungen und flexible Gebäudestrukturen zu einem robusten und zugleich wandelbaren Gesamtsystem. Materialien werden dabei nicht als Verbrauchsgüter verstanden, sondern als langfristig nutzbare Ressourcen innerhalb eines kontinuierlichen Kreislaufes.

Durch die Wiederverwendung vorhandener Materialien, die konsequente Trennbarkeit der Konstruktionen, die Nutzung nachwachsender Rohstoffe sowie die Vorbereitung zukünftiger Umnutzungen und Nachverdichtungen entsteht ein zukunftsweisendes Modell urbanen Bauens im Sinne planetarer Grenzen.

Das Eiben Quintett zeigt damit, wie ökologische Verantwortung, architektonische Qualität und langfristige gesellschaftliche Nutzbarkeit zu einem resilienten und nachhaltigen Ensemble verbunden werden können.