Das Thema Kreislaufwirtschaft fordert auch im Bereich des geförderten Wohnbaus ein Umdenken in Planung, Ausführung und Bewirtschaftung und eröffnet zugleich neue Chancen für Innovation, Kooperation und langfristige Wertschöpfung.
Begleitend zum wohnfonds_wien-Talk vom 11. Mai 2026 im Architekturzentrum Wien finden Sie hier weiterführende Informationen und insbesondere Pilotprojekte und aktuelle Entwicklungen zum Thema "Kreislaufwirtschaft im geförderten Wohnbau – Umsetzung in der Praxis".
Die Bauträgerwettbewerbe des wohnfonds_wien orientieren sich an den übergeordneten Strategien der Stadt Wien, wie der Smart City Klima Strategie und dem Programm "DoTank Circular City Wien 2020-2030" (DTCC30). Die Inhalte der Wettbewerbe zum Thema Kreislaufwirtschaft wurden dementsprechend in enger Abstimmung mit den städtischen Dienststellen erarbeitet.
Die Bauträgerwettbewerbe zu Nordwestbahnhof und Seecarré sind auf den Zirkularitätsfaktor (ZiFa) 1.0 abgestimmt und Testanwendungen im Rahmen von Qualitätssicherungsverfahren für die Weiterentwicklung hin zum ZiFa 2.0, der ein optimiertes Kriterien-Set für zirkuläres Bauen und Sanieren sowie eine Systematik zur Bewertung zirkulärer Maßnahmen bieten soll. Unser aktueller Wettbewerb zur Eibengasse orientiert sich bereits am ZiFa 2.0. Die Ergebnisse dieser Wettbewerbe dienen der Stadt Wien nicht nur der Weiterentwicklung ihrer Strategien, sondern sollen auch für die nationale Diskussion der Verrechtlichung der EU-Vorgaben zum kreislauffähigen Bauen.



Neubauprojekte, die Förderungen des Landes Wien beanspruchen, müssen qualitätssichernde Verfahren des wohnfonds_wien durchlaufen – Bauträgerwettbewerb oder Grundstücksbeirat. Bei großen ausgewählten Stadtentwicklungsgebieten kommt darüber hinaus der Qualitätsbeirat zur Anwendung um nachhaltige Quartiersentwicklung sicherzustellen.
In der Qualitätssicherung erfolgt die Bewertung der eingereichten Projekte anhand der Kriterien des 4-Säulen-Modells. Kreislaufwirtschaft ist darin seit jeher ein zentraler Punkt in der Säule "Ökologie".

Unter dem 4-Säulen-Modell erfolgt die Beurteilung anhand von definierten Beurteilungskriterien. Um die spezifischen Herausforderungen noch deutlicher abzubilden, gliedert sich die Säule Ökologie in zwei Bereiche – einerseits „Freiraum & öffentlicher Raum“ und andererseits „Klima, Energie & Kreislaufwirtschaft“.
Themen in diesem Bereich sind etwa Klimaschutz, Klimawandelanpassung, Ressourcenschonung, Effizienz, erneuerbare Energiesysteme und umweltbewusstes Bauen.
Das Thema Kreislaufwirtschaft begleitet die Qualitätssicherung im geförderten Wohnbau schon seit vielen Jahren. Eine Planung nach kreislaufwirtschaftlichen Prinzipien war und ist in Bauträgerwettbewerben ein zentrales Schwerpunktthema, zu dem die Projektteams konzeptionelle Lösungsansätze erarbeiten mussten – so auch in den beiden Bauträgerwettbewerben "20., Nordwestbahnhof" und "22., Quartier Seecarré - aspern Seestadt".
Gleichzeitig sind diese beiden Bauträgerwettbewerbe wichtige Testanwendungen im Prozessdesign hin zum ZiFa 2.0, vor allem um die Weiterentwicklung und Optimierung des ZiFA möglichst praxisorientiert zu gestalten. Im Folgenden finden Sie mit Klick auf die Projekte die Ergebnisse der Siegerprojekte aus den beiden Bauträgerwettbewerben im Detail und insbesondere, wie die Projektteams die Aufgabenstellungen zum Schwerpunkt "Kreislaufwirtschaft" gelöst haben.


Das Schwerpunktthema Kreislaufwirtschaft ist bereits seit Jahren in den qualitätssichernden Instrumenten des wohnfonds_wien etabliert. Deshalb gibt es zahlreiche weitere Projekte, in denen Bauträger und Architekt*innen innovative Lösungen in der Planung nach kreislaufwirtschaftlichen Prinzipien erarbeitet haben.
Ein aktuelles Beispiel ist der Bauträgerwettbewerb zum 1. Wiener WohnBAUMprogramm, der erstmals Holz- und Holz-Hybrid-Bauweise in einem größeren Maßstab im geförderten, mehrgeschoßigen Wohnbau auf den Weg bringt. Im Rahmen des WohnBAUMprogramms wird somit wieder der zukunftsweisende Laborcharakter des Bauträgerwettbewerbs deutlich – mit Best-Practice-Beispielen zur Kreislaufwirtschaft, direkt aus der Bauwirtschaft heraus.


