Bauplatz I - Katja´s Cottage

Zwischenstand August 2026

Bauträger:

ÖSW


Architektur:

ss I plus architektur


Landschaftsplanung:

Simma Zimmermann


Soziale Nachhaltigkeit:

Simma Zimmermann


derzeit geplantes Wohnungsangebot:

37 geförderte Mietwohnungen


Schwerpunktthemen:

  • Vielfältige Wohnformen
  • Wohnsicherheit
  • Kreislaufwirtschaft


Baubeginn:

vorauss. Q2/2028

Leitidee

Der Bauplatz I im Stadtentwicklungsgebiet weist aufgrund seiner Lage und seinen Bebauungsbestimmungen Besonderheiten auf. KFZ-Stellplätze sind nicht möglich, die Trakttiefe im hinteren Teil beträgt lediglich rund 8m und eine Bauführung über die Langobardenstraße ist nur schwer möglich. Diese Besonderheiten brachten uns auf die Idee zwei getrennte Gebäudeteile zu entwickeln, die gemeinsam die Grundgedanken und Auflagen des Qualitätenkataloges

kreislaufgerechte Materialien, Rückbaubarkeit, ressourcenschonende Bauweisen, Langlebigkeit und Flexibilität, Klimaresilienz

verfolgen und mit modularen Bauweisen und durchdachten Konstruktionsrastern die Bauzeit verringern und so zur Kostenreduktion beitragen. Zusammen mit einem angemessenen Angebot an Gemeinschaftsflächen und gut nutzbaren Grundrissen entsteht so ein zwar kleines, aber wertvolles Projekt im gesamten Stadtquartier.

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Präsentationstafeln zum Download

Nachfolgend finden Sie alle Tafeln des Projekts zum Download.


Tafel 1

Tafel 2

Architektur

Das Projekt gliedert sich in zwei klar definierte Baukörper: einen höheren Straßentrakt und einen niedrigeren Hofbauteil. Durch deren Anordnung entsteht ein großzügiger, geschützter Wohnhof, der über die östliche Durchwegung mit den öffentlichen und halböffentlichen Freiräumen vernetzt wird. Ein Gemeinschaftsraum bildet dabei die Schnittstelle zwischen Quartier und Nachbarschaft. Die Erschließung erfolgt über natürlich belichtete Stiegenhäuser und Laubengänge, die Begegnungen fördern und eine gute Orientierung ermöglichen.

Holz prägt als nachhaltiger Baustoff beide Gebäudeteile und wird mit materialeffizienten Tragstrukturen kombiniert. Der Hofbauteil wird als demontierbare Holzskelettkonstruktion mit vorgefertigten Elementen ausgeführt, während der Straßentrakt auf einer Stahlbetonskelettstruktur mit Holzfassaden basiert. Nichttragende Fassaden- und Innenbauteile ermöglichen eine flexible Anpassung, einfache Wartung und spätere Umnutzung. Durch modulare Bauweise, reduzierte Deckenstärken und rückbaubare Konstruktionen werden Ressourcen geschont und kreislauffähiges Bauen unterstützt.

Soziale Nachhaltigkeit

Das Projekt setzt auf eine langfristige Stärkung der Gemeinschaft und eine hohe Alltagstauglichkeit der Wohnungen. Die Besiedlungsbegleitung wird gemeinsam mit den angrenzenden Bauplätzen abgestimmt und unterstützt die Bewohner:innen beim Aufbau von Nachbarschaftsstrukturen. Gemeinschaftsraum, Garten und Urban-Gardening-Angebote werden gemeinsam entwickelt und in den ersten Jahren durch Workshops begleitet.

Die Wohnungen bieten flexible, gut nutzbare Grundrisse mit praktischen Ausstattungsmerkmalen wie Abstellmöglichkeiten, Waschmaschinenanschlüssen, Arbeitsbereichen und großzügigen privaten Freiräumen. Ein vielfältiges Wohnungsangebot mit 27 SMART-Wohnungen, unterschiedlichen Wohnungsgrößen und anpassbaren Grundrissen ermöglicht eine breite soziale Durchmischung und langfristige Nutzbarkeit.

Gemeinschaftliche Angebote wie ein Gemeinschaftsraum mit Waschküche, Dachgarten mit Outdoor-Küche, Kinderwagenräume und vielfältige Freiräume fördern Begegnung und Austausch. Die autofreie Anlage stärkt zudem nachhaltige Mobilität durch umfangreiche Fahrradangebote, Lastenradstellplätze sowie eine Fahrradservice-Station.

Die Wohnsicherheit wird durch überschaubare Hausgemeinschaften, gut einsehbare Eingangs- und Erschließungsbereiche sowie eine klare Zonierung von öffentlichen, halböffentlichen und privaten Freiräumen unterstützt. Die gute Orientierung und soziale Einsehbarkeit fördern Begegnung, Nachbarschaft und ein sicheres Wohnumfeld.

Ökologie

Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen ökologischen Ansatz mit Fokus auf Klimaanpassung, Ressourcenschonung und langfristige Nutzbarkeit. Durch nachhaltige Materialien, energieeffiziente Systeme und kreislauffähige Konstruktionen entsteht ein klimaresilienter Baustein für das Stadtquartier.

Klima und Energie:

Ein Großteil der Wohnungen ist zweiseitig belichtet und natürlich querlüftbar. Eine hochwertige Gebäudehülle, begrünte Dächer und Fassaden sowie gezielte Verschattung durch Balkone und Sonnenschutz reduzieren die sommerliche Überwärmung. Regenwasserspeicherung, Verdunstung und Versickerung verbessern das Mikroklima. Die fossilfreie Energieversorgung erfolgt über eine Luft-Wärmepumpe, Photovoltaik und ein effizientes Niedertemperatur-Heiz- und Kühlsystem. Ein Energiemonitoring optimiert den laufenden Betrieb.

Kreislaufwirtschaft:

Die kompakte Bauweise und flexible Grundrissgestaltung ermöglichen eine langfristige Anpassbarkeit. Durch die Trennung von Tragstruktur, Fassade und Innenausbau sowie den Einsatz modularer, austauschbarer Bauteile werden Umbauten und Rückbau erleichtert. Holz als nachwachsender Baustoff, recycelbare Materialien, sortenreine Konstruktionen und lösbare Verbindungen unterstützen eine ressourcenschonende Bauweise und ermöglichen eine spätere Wiederverwendung.

Freiraum und Ökologie:

Der Freiraum verbindet Vorplatz, zentralen Wohnhof und Parkanschluss über eine begrünte Wegeachse. Der geschützte Innenbereich mit Pergola, Gemeinschaftsflächen, Spielbereichen und Gartenangeboten schafft hochwertige Aufenthaltsräume für die Bewohner:innen. Bestehende Bäume werden erhalten und durch Neupflanzungen ergänzt, Fassadenbegrünung und Urban Gardening am Dach stärken Biodiversität, Mikroklima und gemeinschaftliche Nutzung.

Ökonomie

Bezüglich der Ökonomie des Projekts wurde besonderes Augenmerk auf eine rasche Bauzeit gelegt.

Die besondere Lage des Bauplatzes an der Langobardenstraße mit der notwendigen Querung der Straßenbahngleise erschwert die Befahrbarkeit und die Bauführung enorm. Es wird daher auch angedacht eine Förderung nach §7(3) NbVO anzusprechen. Eine Bauführung mit schwerem Gerät muss jedenfalls kurzgehalten werden, zumal die Zufahrt über die Rückseite des Bauplatzes ebenfalls eingeschränkt ist. Folgende Parameter sollen die Bauzeit verkürzen:

  • Fehlende Unterkellerung im Hofbauteil
  • Serielle Bauweise mit vorgefertigten Fertigteilen
  • Konsequenter Konstruktionsraster
  • Fertigteilschächte


Die Nutzerkonditionen richten sich nach der §63 Grenze des WWSFG, wobei ein möglichst hoher Anteil an SMART Wohnungen angestrebt wird. Eine Kaufoption ist durch die Finanzierungsbeiträge und auch das Baurechtsmodell ausgeschlossen. Superförderung wird für alle Wohnungen angesprochen.

  • Freiwillig erhöhter SMART-Anteil von 73%
  • Geringe Finanzierungsbeiträge
Schwerpunkt: Vielfältige Wohnformen
  • Vielseitige Wohnungsgrößen für unterschiedlichste Bewohner*innen
  • Es werden 27 SMART-Wohnungen (73%) am Bauplatz angeboten
  • Kompakte und daher kostengünstige Wohnungsgrundrisse
  • Alle Wohnungen sind mit geringem Aufwand barrierefrei anpassbar
  • Badezimmer der B-Wohnungen im Straßenbauteil barrierefrei
  • Neutrale Wohnungs- und Zimmergrundrisse ermöglichen eine maximale Anpassungsfähigkeit an veränderte Bedürfnisse
Schwerpunkt: Wohnsicherheit

Strukturelle und räumliche Maßnahmen zur Stärkung des Sicherheitsgefühles:

  • 2 kompakte Baukörper mit einer überschaubaren Anzahl an Wohnungen pro Hauseingang – 21 bzw. 16 Wohnungen
  • Einsehbarkeit der Eingangsbereichen und Erschließungsflächen – zentrale, natürlich belichtete Stiegenhäuser bzw. offener, von der Bauplatzerschließung einsichtiger Laubengang
  • Zonierung in private, halböffentliche und öffentliche Freiräume – Haupterschließung, bauplatzinterne Freiflächen mit Spielplatz, geschützte Privatgärten
  • Überschaubarkeit von Freiräumen – Teilung des Freiraumes in Vorplätze an der Straße, Nord-Süd Haupterschließung, zentral gelegener, mit Pergolen gefasster „Wohnhof“ und „grüner Wohnpark“ als Übergang in den öffentlichen Park
  • Einsehbarkeit von Freiräumen – Einsehbarkeit der Bauplatzerschließung von den Stiegenhäusern, vom Laubengang und von den Wohnungen, Einsehbarkeit vom Wohnhof aus den Wohnungen und von der Haupterschließung
Schwerpunkt: Kreislaufwirtschaft

Planung & Grundriss

  • Kompakte Baukörper (weniger Energieverlust)
  • Flexible Grundrisse → maximale Anpassungsfähigkeit an veränderte Bedürfnisse
  • Tragstruktur, Fassade und Innenwände getrennt → einfache Umbauten
  • Umfassendes modulares Design, standardisierte, austauschbare Bauteile


Materialien

  • Teilweise Holzbauweise (nachwachsender Rohstoff, speichert CO₂)
  • Innenwände aus Holz bzw. Gips (recycelbar, gutes Raumklima)
  • Sortenrein aufgebaut: Beton, Holz, Metall, Dämmung klar trennbar
  • Verwendung von recycelten Materialien (z. B. Ökobeton, Dachsubstrat)
  • Dokumentation der Materialien
  • Verbindungen werden geschraubt statt geklebt → späterer Rückbau möglich
  • Bauteile können später wieder verwendet bzw. recycelt werden