
22., Podhagskygasse IV
Bauträger: SCHWARZATAL
Architektur: Riepl Kaufmann Bammer
Landschaftsplaner: EGKK
Soziale Nachhaltigkeit: Search and Shape
Wohneinheiten: 192
Geschäftslokal: 1
Bezugstermin: 1. Quartal 2028
Die folgenden Inhalte zeigen, was das Team des Siegerprojekts für den Bauträgerwettbewerb eingereicht hat – insbesondere zum Schwerpunktthema "Planung nach kreislaufwirtschaftlichen Prinzipien".
Quellen (sofern nicht anders angeführt): Auszüge aus den Einreichunterlagen
Das Ziel des Entwurfes ist es, Baukörper mit subtilen Außenbeziehungen zu schaffen, welche die Identität eines eigenen Quartiers bilden. Ein zentrales Element dieses Entwurfs ist die Pawlatsche – [paˈvlaːtʃə] wienerisch für Laubengang. Die offene Pawlatsche bietet nicht nur eine attraktive Erschließung und eine angenehme Durchlässigkeit zwischen den Gebäuden, sondern ermöglicht auch durch seine Materialwahl eine gewisse „Gelenkigkeit“, um das klare und gerasterte Volumen der seriellen Holzbauweise umzusetzen.
Kreislaufwirtschaftliche Prinzipien ... im Bau
Bei der Dimensionierung der tragenden Holzbauteile wird eine weitestgehend einheitliche Dimensionierung in allen zehn Bauteilen angestrebt. Das führt gegebenenfalls zu einer geringfügigen Überdimensionierung, gewährleistet aber analog zur Modulbauweise einen einfacheren Planungs- und Bauablauf und vereinfacht die Logistik im Fall einer späteren Wiederverwendbarkeit.

Für ein hohes Maß an zerstörungsfreier Rückbaubarkeit und Wiederverwendbarkeit der eingesetzten Bauteile wird auf eine einfache Trennbarkeit und das weitgehende Minimieren von Verbundkonstruktionen und vollflächige Verklebungen geachtet. Die einfache Rückbaubarkeit der Holzkonstruktion und somit die sortenreine Trennbarkeit ist durch die rein mechanischen Verbindungen gewährleistet. Die unbehandelten Holzständer und -lattungen können in ihrer Funktion wiederverwendet (Re-Use) oder als Holzwerkstoffe weiterverarbeitet (Re-Cycle) werden. Bei den Wand- und Deckenbauteilen der aufgehenden Geschosse wird auf Klebeverbindungen verzichtet. Das Zirkularitäts- und Rückbaupotenzial der im Projekt PODHAGSKY PAWLATSCHE eingesetzten Baustoffe und Bauteile wird in weiterem Projektverlauf begleitend durch die Nutzung von entsprechenden Bewertungstools erfolgen.
Bei den Stahlbetonbauteilen wird angestrebt, Recyclingbeton zu verwenden.
Lehm hat gegenüber konventionellen Baustoffen das höchste Potential zur Erfüllung des Circular Economy-Anspruches. Lehmbaustoffe können aufgrund ihrer rein physikalischen Aushärtung durch Zugabe von Wasser einfach wiederaufbereitet werden, der Lehm kann nach Aufbereitung ohne downcycling wieder als Lehmbaustoff eingesetzt werden.
Es ist geplant, die vor Ort vorhandene Humusschicht während der Bauphase auf dem Gelände zu lagern und als Wachstumssubstrat für die Dachbegrünungen zu nutzen.
Ziel ist, am Ende des Lebenszyklus einen optimalen Beitrag zur Kreislaufführung von Baustoffen zu leisten und möglichst wenig unverwertbaren Abfall zu hinterlassen.
Kreislaufwirtschaftliche Prinzipien ... in der sozialen Nachhaltigkeit
Im Kontext der sozialen Nachhaltigkeit macht das Besiedlungsmanagement das gemeinsame Wiederverwenden, Anbauen und Gestalten zu einer zentralen Leitlinie. Auf Anbauflächen für gemeinschaftliches Landwirtschaften schaffen Bewohner*innen unversiegelte Flächen als landwirtschaftlich genutzter bzw. gemeinsam bepflanzter Raum. Das Thema Wiederverwendung bestimmt auch die Möblierung der Gemeinschaftsräume, bei der gebrauchte Möbelstücke eingesetzt werden. In diesem Sinne wird es für die Bewohner*innen auch ein Tauschregal und eine Reparaturwerkstatt geben. Kreislaufwirtschaft wird im Kontext des Besiedlungsmanagements so als Chance verstanden, um die Gemeinschaft zu stärken.
Im Rahmen von Bauträgerwettbewerben reichen Projektteams detailliert gestaltete Schautafeln ein, um ihr Projekt bestmöglich zu präsentieren. Nachfolgend finden Sie alle Tafeln des Projekts "Pawlatsche" zur Ansicht bzw. hochauflösend zum Download.