
22., Quartier Seecarré - aspern Seestadt
Bauträger: Wohnbauvereinigung GFW Gemeinnützige GmbH
Architektur: Architektin Sne Veselinovic ZT GmbH
Landschaftsplaner: idealice landschaftsarchitektur ZT
Soziale Nachhaltigkeit: wohnbund:consult
Wohneinheiten: 89
Geschäftslokale: 3
Bezugstermin: Sommer 2028
Die folgenden Inhalte zeigen, was das Team des Siegerprojekts für den Bauträgerwettbewerb eingereicht hat – insbesondere zum Schwerpunktthema "Planung nach kreislaufwirtschaftlichen Prinzipien".
Quellen (sofern nicht anders angeführt): Auszüge aus den Einreichunterlagen
Der Projekttitel „NADIA + SIMONE“ nach den Vornamen der berühmten Turnerinnen Nadia Comăneci und Simone Biles ist für unser Projekt zugleich Leitbild, Programm und Commitment. Er steht für Kraft, Engagement und Präzision sowie für Verantwortung, Toleranz und Solidarität! WOHNEN IN BEWEGUNG!
Die Herausforderungen einer zunehmend komplexen und diversifizierten Gesellschaft sind groß und erfordern mutige und innovative Konzepte. Soziale und ethnische Herkunft, hybride Lebensstile und Identitäten, neue Alterns- und Rollenbilder aber auch neue Wertegemeinschaften prägen die soziale Dynamik des Wohnens und Arbeitens in der Stadt. WOHNEN IN BEWEGUNG!
Ein verantwortungsvolles ganzheitliches Verständnis von (Sozialer)Nachhaltigkeit und (Klima)Resilienz steht im vorliegenden Projekt daher ganz oben in der Agenda. Zukunftsorientiertes, gemeinschaftliches, inklusives Wohnen der Generationen in vielfältigen Haushaltsformen sowie sportive Freizeitangebote im Wohnumfeld bilden die Leitidee des Projekts. WOHNEN IN BEWEGUNG!

Eine bewusst generationenübergreifende Hausgemeinschaft mit größtmöglicher Privatheit und ergänzend viel Raum für Austausch, Begegnung, Sportivity und guter Nachbarschaft können eine solidarische WIR-Kultur erzeugen, die auch den ‚anonymen‘ Großstadt-Menschen ein Gefühl der Zugehörigkeit vermittelt. Das Anwachsen der neuen Nachbarschaft wird durch ein engagiertes Community Coaching bis ein Jahr nach Wohnungsbezug unterstützt. WOHNEN IN BEWEGUNG!
Lebensräume für eine sich ständig verändernde Zukunft.
Nachhaltigkeit durch Anpassungsfähigkeit:
Das Prinzip der „Shearing Layers“ fördert die langfristige Nutzbarkeit von Gebäuden, indem es die Trennung der verschiedenen Baukomponenten ermöglicht und so eine kontinuierliche Anpassung an sich wandelnde gesellschaftliche und technologische Entwicklungen erlaubt. Langlebige Elemente wie Tragwerk bleiben stabil, flexible Elemente wie Innenräume und Fassaden können verändert werden


Holzfassade als CO2-Speicher für eine flexible, recycelbare und ressourcenschonende Bauweise:
Die gewählte Skelettbauweise erlaubt eine flexible und modulare Gestaltung der Fassade mit nichttragenden, vorgefertigten Elementen aus nachhaltigen Rohstoffen wie Holz und Zellulosefasern. Sie fördert die Kreislaufwirtschaft, indem sie recycelbar und wiederverwendbar ist, und bietet zudem die Möglichkeit, das Gebäude flexibel an zukünftige Bedürfnisse anzupassen.
Rückbaubare Verbindungselemente für zukunftsfähigen, gesunden Lebensraum:
Die Verbindungsbau-werke zwischen den Baukörpern sind als effiziente, schlanke Fertigteile konzipiert, die vollständig trenn- und rückbaubar sind, was eine nachhaltige Ressourcennutzung und flexible Anpassungen des Gebäudes an zukünftige Bedürfnisse ermöglicht.


Elegante, ressourcenschonende Decken für kreative Impulse und nachhaltige Innovation:
Die modernen vorgefertigten Kappendecken schaffen großzügige, lichtdurchflutete Räume, die Kreativität fördern und eine effiziente Integration von TGA-Leitungen ermöglichen, was den Bauprozess vereinfacht und die nachhaltige Ressourcennutzung unterstützt.


A) Verbaute Materialien:
- Dokumentation der eingesetzten Materialien mittels eines digitalen Gebäuderessourcenpasses
- Verwendung von lokal verfügbaren CO2-reduzierten Beton und 100% recycelten Bewehrungsstahl für das Tragwerk
- Verwendung von regenerativen Materialien wie Holz für die Fassadenkonstruktion
- Verwendung von natürlichen und biologisch abbaubaren Dämmstoffen wie Zellulose und Schafwolle für die Außen- und Innenwände
B) Ökobilanzierung
- Optimierung, Berechnung und Dokumentation der ökologischen Qualität bzw. Einfluss auf die Umwelt des Gebäudes anhand entsprechender Software - baubook eco2soft – im Rahmen von „aspern klimafit 2.0“
C) Nutzungsintensität
- Optimales Auslasten von Flächen und Räumen unter Berücksichtigung der Randbedingungen der Auslobung
- Mehrfachnutzungen von Räumen wie Ateliers
- Gewährleistung einer effizienten Nutzung der Flächen durch klare Strukturierung und adaptive Raumaufteilung
D) Flexibilität, Umnutzbarkeit und Nachverdichtung
- Effiziente und schlanke Konstruktionen ermöglichen hohe lichte Raumhöhen für unterschiedliche Nutzungen
- Punktgestütztes Tragsystem (Skelettbau) gewährleistet eine maximale Flexibilität in der Grundrissgestaltung und zukünftige Anpassungen und Nachverdichtungen
- Zentrale und kompakte Erschließungsflächen mit direktem Zugang zu Versorgungsschächten sorgen für hohe Flexibilität und Anpassbarkeit von Anschlüssen
E) Langlebigkeit, Tauschbarkeit und Reparaturfähigkeit
- Anwendung des Shearing Layers-Prinzips zur Trennung von Bauteilen mit unterschiedlicher Lebensdauer und Funktion, was eine unabhängige Reparatur und Tauschbarkeit der Komponenten ermöglicht
- Einsatz von Stahlbeton für ein langlebiges und robustes Traggerüst
- Sicherstellung der Reparaturfähigkeit und Tauschbarkeit von haustechnischen Anlagen durch modulare, leicht zugängliche Installationen
F) Rückbau und Reuse
- Maximierung der Rückbau- und Reuse- Möglichkeiten durch Verwendung von vorgefertigten Elementen wie Holzriegelfassaden und STB-Fertigteilen
G) Recycling
- Verzicht auf schadstoffreiche und schwer recycelbare Materialien, um eine störfreie, sortenreine Wiederverwertung zu gewährleisten
- Einsatz von natürlichen, recyclingfähigen Baumaterialien wie Holz, Zellulosefasern und Schafwolle, die am Ende ihres Lebenszyklus effizient recycelt werden können
H) Entsorgung
- Vermeidung von nicht recycelbaren Materialien und nicht kreislauffähigen Bauweisen, um die Abfallmenge zu reduzieren und die Materialien im Kreislaufsystem zu halten
Im Rahmen von Bauträgerwettbewerben reichen Projektteams detailliert gestaltete Schautafeln ein, um ihr Projekt bestmöglich zu präsentieren. Nachfolgend finden Sie alle Tafeln des Projekts "Nadia + Simone" zur Ansicht bzw. hochauflösend zum Download.