Zwischenstand August 2026

Bauträger:
Heimat Österreich
Architektur:
AllesWirdGut
Landschaftsplanung:
SILA
derzeit geplantes Wohnungsangebot:
98 geförderte Mietwohnungen
Lokale:
2 Geschäftslokale
Schwerpunktthemen:
Baubeginn:
vorauss. Q4/2028
Der Bauplatz R: Ein Vorposten als Vermittler mit hohem Wohnwert – für mehr Zusammenhalt im Stadtgefüge

Das Projekt versteht sich als verbindendes Element zwischen den unterschiedlichen städtebaulichen Strukturen der Umgebung: Die geschlossene Nordkante setzt die markante zeilenförmige Bebauung der östlichen Nachbarschaft fort, während die kleinteilig gegliederte Südseite mit drei Einzelhäusern auf die gegenüberliegenden Hofhäuser reagiert.
Die drei städtebaulich wichtigen Ecken werden durch gezielte Akzentuierungen der Baukörper und aktivierte Erdgeschoßnutzungen hervorgehoben. Erker, gedeckte Zugänge und eine Arkade markieren den Quartierseingang und schaffen eine klare Adresse. Begrünte Balkonstrukturen begleiten die Verbindung des Freiraums von Nord nach Süd und stärken die Identität des neuen Quartiers. Nutzungen wie Mikrogewerbe, Coworking- und Homeoffice-Einheiten sowie ein Gemeinschaftsraum beleben die Schnittstellen zum öffentlichen Raum.
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Vorplatz entlang der Erzherzog-Karl-Straße. Ein abwechslungsreich gestaltetes Freiraumband aus offenen und gedeckten Bereichen, ergänzt durch drei klar erkennbare Eingangsbereiche und eine Baumreihe im gewachsenen Boden, schafft einen einladenden Übergang zwischen Stadt und Quartier. Gezielte Durchblicke in den Hof sorgen für Transparenz und Offenheit.
Die drei ablesbaren Häuser bilden jeweils eigene, überschaubare Hausgemeinschaften und fördern Orientierung sowie nachbarschaftlichen Zusammenhalt. Klare Eingänge, kompakte und tagesbelichtete Erschließungen sowie kurze Wege zu den Wohnungen unterstützen eine einfache Orientierung. Die direkte Verbindung der Häuser zu den Spielplätzen über transparente Rad-Räume stärkt die Beziehung zwischen Innen- und Außenraum.
Alle Wohnungen sind hochwertig orientiert: Wohnungen mit drei oder mehr Zimmern verfügen über eine zweiseitige Belichtung, reine Nordwohnungen werden vermieden. Die Erdgeschoßwohnungen profitieren von großzügigen Raumhöhen und geschützten Gartenbereichen mit bepflanzten Wällen. Auch in den Obergeschoßen wird mit einer Raumhöhe von rund 2,65 Metern ein hoher Wohnkomfort geschaffen.
Das Projekt schafft Räume und Angebote, die Begegnung fördern, soziale Beziehungen stärken und stabile Nachbarschaften ermöglichen. Unterschiedliche Gemeinschaftsangebote unterstützen den Austausch und die gegenseitige Hilfe – insbesondere auch für Menschen, die von verlässlichen sozialen Netzwerken profitieren.
Die drei Hausgemeinschaften werden durch gemeinschaftlich nutzbare Räume und Freiflächen miteinander sowie mit dem neuen Quartier vernetzt. Ein Gemeinschaftsraum mit vorgelagertem Freiraum öffnet das Projekt zur größeren Nachbarschaft, während der gemeinsame Dachgarten mit Gemeinschaftsküche einen halböffentlichen Treffpunkt für die Bewohner bildet. Ergänzend bieten Homeoffice- und Coworking-Bereiche an den Gebäudeecken Potenzial für Begegnung und Austausch.
Die abgestuften Freiräume schaffen unterschiedliche Qualitäten: Die Erdgeschoßbereiche beleben den öffentlichen Raum, während der Dachgarten als geschützter Rückzugsort für die Hausgemeinschaften mit Angeboten wie Aufenthalt, Sport und Urban Gardening dient. Gemeinsame Feste, Workshops und Freiraumprojekte stärken den Zusammenhalt über die Hausgrenzen hinweg.
Die zukünftigen Bewohner werden bereits vor dem Einzug eingebunden, um Bedürfnisse und Potenziale frühzeitig zu erfassen. Ein mehrsprachig untertiteltes Informationsvideo unterstützt den Start in die neue Hausgemeinschaft und informiert über Wohnung, Infrastruktur und organisatorische Abläufe.
Nach dem Einzug fördern ein digitales Schwarzes Brett, Workshops und gemeinsame Aktivitäten den Austausch und die Entwicklung einer lebendigen Nachbarschaft. Die Bewohner werden durch externe Expert bis zu eineinhalb Jahre begleitet, um stabile Gemeinschaftsstrukturen aufzubauen. Kooperationen mit lokalen Einrichtungen und eine mögliche Einbindung in ein Quartiersmanagement unterstützen die langfristige Vernetzung.
Die Freiraumgestaltung gliedert sich in drei Bereiche: den urban geprägten Vorplatz entlang der Erzherzog-Karl-Straße, gemeinschaftliche Freiräume im Westen sowie eine grüne Hoflandschaft. Baumreihen, Arkaden und begrünte Bereiche schaffen einen einladenden Quartierseingang mit hoher Aufenthaltsqualität.
Die Erdgeschoßwohnungen erhalten geschützte Privatgärten, die durch bepflanzte Geländemodellierungen gefasst werden. Ein gemeinsamer Kinder- und Jugendspielplatz verbindet den Bauplatz mit der Nachbarschaft. Klimaresiliente Pflanzungen fördern Biodiversität und verbessern das Mikroklima. Der gemeinschaftliche Dachgarten mit Sitzbereichen und Urban Gardening stärkt den Austausch innerhalb der Hausgemeinschaft.
Die Gestaltung setzt auf geringe Versiegelung, offene Böden, versickerungsfähige Wege und begrünte Retentionsdächer. Fassadenbegrünungen und der Erhalt bestehender sowie die Pflanzung neuer großkroniger Bäume verbessern das Mikroklima und schaffen eine angenehme Atmosphäre.
Das Gebäude folgt dem Prinzip der Materialreduktion: Eine einfache, flexible Konstruktion mit recyclingfähigen Baustoffen ermöglicht einen ressourcenschonenden und wirtschaftlichen Bau. Durch die Dokumentation der Bauteile in einem digitalen Gebäudematerialpass wird das Gebäude als zukünftiges Materialdepot gedacht.
Das Energiekonzept nutzt Abwärme aus der Abluft zur Warmwasserbereitung und setzt auf eine effiziente Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Grundwassernutzung. Bauteilaktivierung ermöglicht energieeffizientes Heizen und Temperieren. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach unterstützt die Versorgung der Energiezentralen und Allgemeinbereiche.
Von den insgesamt 98 geförderten Wohnungen werden 49 als SMART-Wohnungen, 32 als NORM-Wohnungen und 17 als NORM-Wohnungen mit reduziertem Finanzierungsbeitrag angeboten. Der ausgewogene Wohnungsmix ermöglicht unterschiedliche Wohnungsgrößen und leistbare Angebote für verschiedene Lebenssituationen.
Alle Wohnungen unterliegen langfristig den Entgeltbestimmungen des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes (WGG). Die Förderung erfolgt über die Basisförderung gemäß §3 sowie das unverzinste Darlehen gemäß §7(2). Für SMART-Wohnungen und NORM-Wohnungen mit reduziertem Finanzierungsbeitrag kommen zusätzlich einkommensabhängige Fördermodelle zum Einsatz, die sozial gestaffelte Mieten ermöglichen.
Das Projekt folgt dem Prinzip „Einfach. Material reduzieren.“ Eine kompakte, einfache Konstruktion und der bewusste Verzicht auf unnötige Schichtaufbauten reduzieren Materialverbrauch und Kosten. Die Stahlbetonskelettbauweise mit geringen Spannweiten ermöglicht eine wirtschaftliche Umsetzung und spart durch optimierte Fundierung sowie reduzierte Bauteilaufbauten erhebliche Mengen an Beton und Stahl.
Durch attraktive Mobilitätsangebote wird hochwertiges Wohnen auch ohne eigenes Auto ermöglicht und das Haushaltsbudget entlastet. Das effiziente Energiesystem sorgt für niedrige laufende Heizkosten. Zusätzlich werden durch den Verzicht auf wohnungsweise Wärme- und Kältemengenzählungen Kosten für Zähler sowie Abrechnung reduziert.
Das Projekt bietet vielfältige Wohnformen mit wandelbaren und adaptierbaren Grundrissen. Die Wohnung im stabilen sozialen Umfeld soll auch bei veränderten Lebensumständen ein anpassbarer Raum sein. Die Skelettkonstruktion, die größeren Raumhöhen (EG >350cm, OGs >260cm) und die einerseits kompakten, anderseits aber nicht zu tiefen Baukörper bieten in Kombination mit der effizienten Punkterschließung dafür gute Voraussetzungen.Die architektonische Gestaltung legt Wert auf kommunikative Orte in welcher Nachbarschaften entstehen können. Erschließungsflächen werden so situiert, dass überschaubare Hausgemeinschaften und Stockwerksnachbarschaften entstehen können. Gemeinschaftsangebote sind einerseits halbwöchentlich zur Förderung kleinerer Nachbarschaften im Haus, andererseits richten sich diese im Erdgeschoß aber an die größere Nachbarschaft im Quartier.
Die klare Zonierung und Abgrenzung der öffentlichen und privaten Bereiche trägt zur Sicherheit im Wohnumfeld bei. Die Eingänge sind übersichtlich und transparent. Ebenso sind die Wege zu den Wohnungen kurz und einsehbar konzipiert.
Die Gestaltung und Beleuchtung der Erschließungswege, Stiegenhäuser und Tiefgaragen achtet auf eine gute Übersichtlichkeit und Vermeidung von Sackgassen und sonstigen Angsträumen. Zur Erhöhung des Sicherheitsgefühles werden Gärten eingezäunt, weiters werden alle ebenerdigen Fenster und Fenstertüren mit sperrbaren Oliven und Pilzzapfenverriegelung ausgeführt.
Die Freiräume sind von den Wohnungen gut einsehbar und unterliegen somit einer sozialen Kontrolle, die zur Wohnsicherheit beiträgt.
Das Projekt folgt dem Leitbild einer urbanen Verwebung: Architektur, Freiräume und Nutzungen treten in Dialog mit Stadt, Quartier und Bestand. Das Gebäude wird als langfristig anpassungsfähige Infrastruktur gedacht, die auf gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Veränderungen reagieren kann. Grundlage bildet das Prinzip des zirkulären Bauens: Ressourcen schonen, Bauteile länger nutzen und Materialien wiederverwenden.
Die Konstruktion setzt auf Einfachheit und Materialeffizienz. Eine robuste Stahlbetonskelettbauweise mit geringen Spannweiten, recyclingfähigen Baustoffen und reduzierten Bauteilaufbauten ermöglicht einen ressourcenschonenden und wirtschaftlichen Bau. Der Einsatz von Recycling-Beton, CO₂-reduziertem Stahl sowie ökologischen Ziegeln und Dämmstoffen unterstützt die Reduktion der Umweltwirkungen.
Durch die Minimierung von Schichtaufbauten, den gezielten Einsatz von Recycling- und Re-Use-Materialien sowie eine optimierte Fundierung wird der Materialverbrauch deutlich reduziert. Eine begleitende Ökobilanzierung dokumentiert Materialeinsatz und CO₂-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus.
Kompakte Erschließungen und effiziente Grundrisse reduzieren den Flächenverbrauch. Das Erdgeschoß wird als nutzungsoffener Bereich mit hoher Raumhöhe und flexiblen Nutzungsmöglichkeiten geplant. Gemeinschaftsräume, Fahrradbereiche, Kleingewerbe und soziale Angebote schaffen einen vielfältigen Nutzungsmix und stärken die Quartiersqualität.
Die flexible Skelettbauweise, nichttragende Innen- und Außenwände sowie anpassbare Gebäudetechnik ermöglichen langfristige Umnutzungen und erleichtern spätere Veränderungen.
Das Gebäude wird als zukünftiges Materialdepot („Urban Mine“) konzipiert. Bauteile und Materialien werden in einem digitalen Gebäudematerialpass bzw. BIM-Modell dokumentiert und für spätere Wiederverwendung oder Recycling vorbereitet. Die Trennung der Systemebenen ermöglicht Reparatur, Austausch und Anpassbarkeit über den gesamten Lebenszyklus.
Auch lokale Ressourcen werden berücksichtigt: Die Wiederverwendung hochwertiger Böden und Aushubmaterialien sowie mögliche Kooperationen mit benachbarten Bauplätzen sollen geprüft werden, um Transportwege zu reduzieren und natürliche Ressourcen im Kreislauf zu halten.