Bauplatz G - Kunterbuntes Grätzl

Zwischenstand August 2026

G

Bauträger:

BWS / Migra 


Architektur:

feld72 Architekten / wup ZT 


Landschaftsplanung:

zwoPK


Soziale Nachhaltigkeit:

Sonja Gruber / JUNO


derzeit geplantes Wohnungsangebot:

150 geförderte Mietwohnungen


Heim:

100 Heimeinheiten


Lokale:

10 Geschäftslokale


Schwerpunktthemen:

  • Vielfältige Wohnformen
  • Wohnsicherheit
  • Kreislaufwirtschaft


Baubeginn:

vorauss. Q2/2029

Leitidee
  • EIBENquartier - allseitig adressierter Auftakt, quartierswirksame Infrastruktur, graduell abnehmende Öffentlichkeit vom Entrée ins Innere.
  • EIBENgrätzl - inklusive Erdgeschosszone, aktivierte Durchwegung, Anlaufpunkte als kommunikative Schnittstellen, Besiedelungsbegleitung vor dem Einzug.
  • EIBENhäuser - Licht, Luft und Sonne als Grundbedingung, Erschließung als Begegnungszone, Gemeinschaftsräume auf jeder Ebene.
  • EIBENwohnungen - strukturelle Offenheit als eingeschriebene Eigenschaft, Sonderwohnformen für reale Bedarfsgruppen, produktive Dächer, leistbares Wohnen durch konsequente Reduktion.
g
Präsentationstafeln zum Download

Nachfolgend finden Sie alle Tafeln des Projekts zum Download.


Tafeln

Architektur

Das Projekt versteht sich als urbanes Scharnier zwischen Stadtraum und Quartier und verbindet die beiden Masterplan-Typologien Stadtkrone und Parkbaufeld zu einem Ensemble aus fünf eigenständigen Gebäuden. Jedes Haus bildet eine eigene Adresse und Gemeinschaft, während die aktivierte Erdgeschosszone entlang der Quartiersallee die Gebäude zu einem lebendigen Grätzl verbindet. Alle Baukörper folgen den Prinzipien Wirtschaftlichkeit, Resilienz und langfristiger Anpassungsfähigkeit. Das reduzierte Tragwerkskonzept mit Skelettbau, schlanken Decken und nichttragenden Außenwänden ermöglicht flexible Grundrisse und spätere Umnutzungen.

Das Neugierige Haus (G.04) bildet den Auftakt des Quartiers und verbindet studentisches Wohnen mit generationenübergreifendem Zusammenleben. In den unteren Geschossen entstehen Studierendenwohnungen und Cluster-Wohnformen, darüber ein Wohnbuddy-Modell für Studierende und ältere Menschen. Ein gemeinsames Schwarzes Brett fördert Austausch und Nachbarschaftshilfe im gesamten Quartier.

Das Tanzende Haus (G.06 & G.07) kombiniert das Tanzstudio arriOla im Erdgeschoss mit dem Frauenwohnprojekt ro*sa. Rund 30 Wohnungen werden durch Gemeinschaftsräume, Mikrostudios und Dachterrassen ergänzt und schaffen Räume für Begegnung und gemeinschaftliches Leben.

Das Aufmerksame Haus (G.03 & G.05) beherbergt im Erdgeschoss ein FSW-Ambulatorium mit tiergestützter Therapie und geschütztem Außenbereich. Darüber entstehen rund 35 Wohnungen mit kompakter, gut belichteter Erschließung.

Das Weitsichtige Haus (G.02) bietet sozialpädagogische Wohngemeinschaften der MA 11 in den unteren Geschossen sowie rund 40 weitere Wohnungen. Eine klare, natürliche Erschließung unterstützt Orientierung und Sicherheit.

Das Umarmende Haus (G.01) ist als offener Begegnungsort konzipiert. Im Erdgeschoss befinden sich der Grätzlconcierge der Volkshilfe mit Info-Point, Foodcoop, Vereinscafé und betreubarem Wohnen sowie Ateliermaisonetten mit Mikrogewerbe entlang der Parkverbindung. In den Obergeschossen entstehen Wahlfamilien-Cluster für unterschiedliche Zielgruppen, darunter queere Personen, Menschen mit Behinderung, Patchwork-Familien und Alleinerziehende. Gemeinschaftsräume, Dachterrasse, Urban Gardening und eine PV-Pergola ergänzen das soziale Konzept.


Insgesamt entsteht ein vielfältiges, inklusives Quartier, das unterschiedliche Lebensmodelle verbindet und durch gemeinschaftliche Räume, flexible Strukturen und aktivierte Erdgeschosszonen soziale Nachhaltigkeit und langfristige Nutzungsqualität stärkt.





Soziale Nachhaltigkeit

Das Projekt setzt auf eine vielfältige, sozial innovative Programmierung mit unterschiedlichen Wohnformen und ergänzenden Angeboten, die Selbstbestimmung, Teilhabe und ein gutes Zusammenleben fördern – bis ins hohe Alter.

Wahlfamilien-Cluster schaffen neue Formen des gemeinschaftlichen Wohnens unabhängig von biologischer Verwandtschaft. Vier Cluster ermöglichen räumliche Nähe und gegenseitige Unterstützung für Alleinerziehende, Patchwork-Familien, queere Personen sowie Menschen mit Behinderung. Die bestehenden Netzwerke werden durch die Besiedelungsbegleitung mit Workshops unterstützt.

Der Grätzlconcierge der Volkshilfe bietet niederschwellige Unterstützung für das gesamte Quartier – von Objektbetreuung und Kleinreparaturen über Beratung zu Pflege- und Betreuungsangeboten bis hin zu haushaltsnahen Dienstleistungen. Ergänzende Angebote wie Essen auf Rädern oder betreutes Wohnen werden über den Arbeitersamariterbund vermittelt.

Das Frauenwohnprojekt ro*sa ermöglicht gemeinschaftliches Wohnen für Frauen unterschiedlicher Altersgruppen und Lebenssituationen. Ergänzt wird es durch eine Foodcoop mit regionalen Lebensmitteln und ein Vereinscafé als Treffpunkt für das Quartier.

Das Tanzstudio arriOla schafft einen niederschwelligen Zugang zu Bewegung und Tanz für alle Altersgruppen und stärkt Integration, soziale Kontakte und Chancengleichheit.

Das studentische Wohnen des OeAD bringt internationale Studierende ins Quartier. Ein öffentlich wirksames Foyer mit Schwarzem Brett fördert Nachbarschaftshilfe durch Angebote wie Sprachenaustausch, Babysitting oder Haustierbetreuung.

Das Generationenwohnen von Studierenden und Senior:innen verbindet eigenständige Wohnungen und Gemeinschaftsräume und ermöglicht unterschiedliche Formen des Austauschs zwischen Jung und Alt.

Ergänzt wird das soziale Angebot durch sozialpädagogische Wohngemeinschaften der MA 11 sowie ein FSW-Ambulatorium mit tiergestützter Therapie.

Die Besiedelungsbegleitung über rund 2 bis 2,5 Jahre unterstützt den Aufbau einer lebendigen Hausgemeinschaft durch Workshops, gemeinsame Feste, Vernetzung der unterschiedlichen Wohnformen, Urban Gardening, Selbsthilfeangebote, Maßnahmen zur Wohnsicherheit sowie die gemeinsame Gestaltung von Gemeinschaftsräumen und Freiflächen. Dadurch entsteht ein inklusives Quartier mit starken Nachbarschaften und vielfältigen Möglichkeiten der Teilhabe.

Ökologie

Das Projekt verfolgt ein ganzheitliches ökologisches Konzept mit Fokus auf Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Klimaanpassung und hohe Wohnqualität.

Energie und Gebäudestandards

Durch hochwertigen Wärmeschutz, kompakte Baukörper und effiziente Gebäudetechnik werden CO₂-Emissionen reduziert. Die Wärme- und Kälteversorgung erfolgt über lärmarme Erdwärme-Wärmepumpen mit ergänzender Abluftwärmerückgewinnung, Luftwärmetauschern und Flachkollektoren. Bauteilaktivierung in den Betondecken sorgt für ein behagliches Raumklima bei geringem Energie- und Wartungsaufwand. Photovoltaikanlagen auf den drei Hochpunkten übertreffen die gesetzliche Solarverpflichtung um bis zu 45 %.

Ressourcenschonung und Wohngesundheit

Nach dem Prinzip „reduce to the max“ werden Materialeinsatz und Emissionen in der Herstellung minimiert. Zweiseitig belichtete und natürlich belüftbare Wohnungen, außenliegender Sonnenschutz, Balkone als Verschattungselemente sowie emissionsarme Baustoffe sorgen für hohe Innenraumqualität und Wohnkomfort.

Grün- und Freiraumkonzept

Die Freiräume verbinden ökologische Qualität mit hoher Nutzbarkeit. Blühende Säume, Staudenflächen und eine Obstwiese fördern Biodiversität und schaffen einen sanften Übergang zum Park. Regenwasser wird über Versickerungsmulden, Geländemodellierungen und Retentionsflächen zurückgehalten. Intensive Dachbegrünung, ein Tiny Forest, Großbäume und ein Wasserspiel verbessern das Mikroklima und reduzieren sommerliche Überhitzung.

Der geringe Versiegelungsgrad durch helle, sickerfähige Beläge sowie die Wiederverwendung von Aushubmaterial und recycelte Möblierung unterstützen die Kreislaufwirtschaft. Schattige Rückzugsbereiche, Urban Gardening und gemeinschaftlich betreute Grünräume fördern zudem soziale Nachhaltigkeit und ermöglichen Teilhabe aller Generationen.

Ökonomie

Das Projekt verbindet Ressourcenschonung mit wirtschaftlicher Nachhaltigkeit. Durch die Reduktion des Materialeinsatzes – insbesondere der Stahlbetonkonstruktion – sowie eine klare Primärstruktur mit wiederkehrenden Rastern werden modulare, langlebige und flexibel anpassbare Bauteile ermöglicht. Die sortenreine Trennbarkeit von Konstruktionen, etwa der Holzfassade, unterstützt Wartung, Reparatur sowie zukünftige Um- und Rückbauten.

Die Finanzierung ist auf langfristige Leistbarkeit ausgerichtet. Die Eigenmittelzinsen werden in den ersten drei Jahren nach Bezug gestundet. Der Bezugsmonat ist mietfrei, im Folgemonat fallen nur Betriebskosten an. Die SMART-Wohnungen erhalten denselben Ausstattungsstandard wie die NORM-Wohnungen.

Schwerpunkt: Vielfältige Wohnformen

Das Projekt bietet eine große Vielfalt sozial innovativer Wohnformen für unterschiedliche Lebenssituationen und fördert durch gemeinschaftliche Angebote ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter. Die Wohnungen sind dank eines flexiblen Stahlbetonskeletts mit nichttragenden, veränderbaren Trennwänden langfristig anpassbar und ermöglichen unterschiedliche Wohnmodelle – vom temporären Wohnen bis zur Familienwohnung.

Im Neugierigen Haus schafft das OeAD-Studierenden- und Forschendenwohnen eine internationale Gemeinschaft. Einzelzimmer, Clusterwohnungen und Gemeinschaftsbereiche ermöglichen unterschiedliche Formen des Zusammenlebens mit Rückzugsmöglichkeiten. Ein öffentlich zugängliches Schwarzes Brett im Eingangsbereich fördert den Austausch zwischen Studierenden und Quartier.

Das Frauenwohnprojekt ro*sa im Tanzenden Haus bietet Frauen unterschiedlicher Altersgruppen und Lebenssituationen ein gemeinschaftliches Wohnumfeld. Ergänzt wird das Angebot durch Gemeinschaftsräume, eine Dachterrasse sowie das im Erdgeschoss angesiedelte Tanzstudio arriOla als Ort der Begegnung.

Im Umarmenden Haus entstehen Wahlfamilien-Cluster für Alleinerziehende, Patchwork-Familien, queere Personen und Menschen mit Behinderung. Durch das bewusste Zusammenleben bestehender Unterstützungsnetzwerke werden gegenseitige Hilfe, soziale Sicherheit und Selbstbestimmung gestärkt. Die Begleitung erfolgt durch Organisationen wie JUNO, WASt, Türkis Rosa Lila Villa, Qu(e)erbau und ÖZIV.

Ebenfalls im Umarmenden Haus verbinden Atelierwohnungen Arbeiten und Wohnen: Die Maisonetten bieten flexible Nutzungen mit Werkstatt- bzw. Arbeitsbereichen im Erdgeschoss und privaten Wohnbereichen darüber.

Im Weitsichtigen Haus ergänzen zwei sozialpädagogische Wohngemeinschaften der MA 11 das Angebot. Hier finden Kinder und Jugendliche, die nicht in ihren Herkunftsfamilien leben können, ein betreutes Wohnumfeld mit professioneller Unterstützung.

Durch diese unterschiedlichen Wohnformen entsteht ein vielfältiges, inklusives Quartier, das auf wechselnde Lebensphasen reagiert und soziale Netzwerke innerhalb der Nachbarschaft stärkt.

Schwerpunkt: Wohnsicherheit

Das Projekt schafft durch bauliche, räumliche und soziale Maßnahmen ein sicheres, gut orientierbares und lebendiges Wohnumfeld. Sicherheit entsteht dabei durch Belebung, Einsehbarkeit, klare Raumstrukturen und eine starke Gemeinschaft.

Vielfältige Erdgeschossnutzungen wie Café & Foodcoop, Grätzlconcierge der Volkshilfe, arriOla Tanzstudio, FSW-Ambulatorium und OeAD-Studierendenheim beleben den öffentlichen Raum und fördern eine natürliche soziale Kontrolle. Eine übersichtliche Erschließung mit klaren Raumfolgen, gut belichteten Bereichen und Sichtbeziehungen unterstützt Orientierung, Begegnung und Nachbarschaftsbildung. Der zentrale Wohnhof dient als geschützter Treffpunkt der Hausgemeinschaft.

Die Freiräume sind klar in öffentliche, halböffentliche und private Bereiche gegliedert. Gestaltete Übergänge zwischen Straße, Wohnhof und Park erleichtern Orientierung, Aufsicht und Aneignung. Unterschiedliche Nutzer:innengruppen erhalten passende, klar definierte Bereiche, etwa für die MA-11-Wohngemeinschaften oder das FSW-Ambulatorium.

Gemeinschaftsräume, Dachterrassen, Nachbarschaftsbereiche und halbprivate Zonen entlang der Erschließungen bieten vielfältige Möglichkeiten zur Nutzung und individuellen Gestaltung. Dadurch entstehen Identifikation, Vertrautheit und soziale Bindungen. Eine attraktive Gestaltung mit Begrünung, gut lesbaren Eingängen und hochwertiger Materialität stärkt zusätzlich die Aufenthaltsqualität.

Ergänzend unterstützt das Besiedelungsmanagement den Aufbau nachbarschaftlicher Beziehungen und entwickelt gemeinsam mit den Bewohner:innen Maßnahmen für ein sicheres Wohnumfeld. Workshops und Schulungen für Bewohner:innen und Hausverwaltung fördern langfristig Kommunikation, Verantwortungsbewusstsein und ein positives Sicherheitsgefühl.

Schwerpunkt: Kreislaufwirtschaft

Das Projekt folgt den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft und setzt auf einen reduzierten Materialeinsatz, langlebige Konstruktionen sowie die spätere Wiederverwendung von Bauteilen.

Pre-Use – heute weniger verbrauchen

Eine statisch optimierte Skelettbauweise mit schlanken Decken und reduziertem Materialeinsatz bildet die Grundlage für eine ressourcenschonende Konstruktion. Durch die Optimierung der Tragstruktur werden rund 20 % weniger Stahlbeton gegenüber einer konventionellen Bauweise eingesetzt. CO₂-reduzierte Betone mit geringem Klinkeranteil, nachwachsende Baustoffe wie Holz, Stroh und Schafwolle sowie ReUse-Materialien im Innenausbau reduzieren zusätzlich den ökologischen Fußabdruck. Eine digitale Material- und Massenbilanz sowie eine Ökobilanz begleiten die weitere Planung.

Das anfallende Aushubmaterial wird weitgehend vor Ort wiederverwendet – etwa für Freiraumgestaltung, Dachbegrünungen und biodiversitätsfördernde Bereiche. Dadurch entstehen klimatisch wirksame Grünräume mit hoher Aufenthaltsqualität.

Use – länger nutzen können

Die modulare Skelettbauweise ermöglicht flexible Grundrisse und eine langfristige Anpassbarkeit der Wohnungen an unterschiedliche Lebenssituationen. Nichttragende Innen- und Außenwände sowie lösbare Verbindungen ermöglichen einfache Wartung, Reparatur, Umnutzung und Rückbau. Auch Fassaden, Bodenaufbauten und technische Komponenten sind so konzipiert, dass sie getrennt, ausgetauscht und weiterverwendet werden können.

Post-Use – Wiederverwenden ermöglichen

Die konsequente Trennung von Tragstruktur, Ausbau und Fassadenelementen schafft die Voraussetzung für einen sortenreinen Rückbau und eine hochwertige Wiederverwendung der Materialien. Mechanische Verbindungen, rückbaubare Fensteranschlüsse und trennbare Bauteile erhöhen die Recyclingfähigkeit und ermöglichen eine zukünftige Nutzung der Gebäude als Materialressource.