WIENER WOHNBAU-PREIS 2019
 

23., carlbergergasse 105

in der wiesen süd, BPL 7

       BAUTRÄGER
       Heimbau - Altmannsdorf und
       Hetzendorf
ARCHITEKTUR
ARTEC - Dietrich I Untertrifaller
 
       LANDSCHAFTSPLANUNG
       Auböck + Kárász
    
SOZIALE NACHHALTIGKEIT
realitylab
 

 

FOTO © Lukas Schaller
FOTO © Lukas Schaller
FOTO © Bruno Klomfar
credits

Projektbeschreibung des einreichenden Teams:

 

ARTEC Architekten

Entsprechend unserem Ansatz, wonach Dichte durch Mehrwert kompensiert werden soll, wurde auf Basis einer Studie ein Bebauungskonzept entwickelt, das auf der Erzeugung von Porosität und dem Schaffen von Leerraum aufbaut.
Das Areal zwischen der Carlbergergasse im Süden und dem dazu parallel verlaufenden öffentlichen Grünzug im Norden liegt im Zentrum des neuen Quartiers der Stadterweiterung mit ca. 1.000 Wohnungen im Endausbau. Der südliche Bereich mit Straßen- und Mittelzone wurde von ARTEC Architekten bearbeitet, Dietrich
| Untertrifaller Architekten gestalteten den nördlichen Bereich mit den drei turmartigen Baukörpern.

Im Bereich zur Straße sind die öffentlichen Versorgungseinrichtungen Café, Trafik und Apotheke für das neue Stadtgebiet angesiedelt. Die Gebäudefront entlang der Carlbergergasse ist daher in diesem Bereich durchgehend aufgeständert und durchlässig zum Inneren des Wohngebiets und zum zentralen Park.

Die Landschaftsgestaltung wurde von den Landschaftsarchitekten Auböck und Kárász für das Grundstück und auch für das durchgängige Parkgebiet im Zentrum der Anlage in Form von „ilês flottantes“ gemacht. Die Gestaltung der Landschaft ist offen, frei flottierend und überall durchgängig. Auf den Dachflächen, die allgemein zugänglich sind, erhielten die Bewohner Gartenflächen für den individuellen Gebrauch.

Das Erdgeschossniveau sollte frei von Wohnnutzung sein. Im Zuge der Umsetzung konnte für die große Geschäftsfläche im zentralen Bereich absurderweise kein Betreiber gefunden werden. Hier sind zweigeschossige Sonderwohnformen als Implantate in die bereits existente Hallenstruktur eingebaut.

Um die Verkleinerung der Grundrisse zu kompensieren, sind die Gebäude im Bereich der Wohnungen so konzipiert, dass ein umlaufendes schmales Loggienband zusammen mit einer durchgängigen Verglasung der Räume Licht und Offenheit in der dichten, städtischen Bebauung schafft. Zusätzlich wurden dem Loggienband Balkone vorgesetzt, um die Wohnräume zu erweitern –  optisch, durch die Vollverglasung und im realen Sinn.


Dietrich
| Untertrifaller Architekten

 

Auf dem rund neun Hektar großen Grundstück “In der Wiesen Süd” in Liesing sind auf sieben Bauplätzen rund 720 geförderte Wohnungen sowie Geschäftsflächen vorgesehen. Dietrich | Untertrifaller errichtete gemeinsam mit ARTEC Architekten auf Bauplatz 7 eine attraktive Anlage mit über 300 Wohnungen, Ateliers und Gemeinschaftsräumen. Die Anlage besteht aus zwei würfelförmigen, leicht geknickten Solitären sowie drei länglichen Gebäuden, die durch ein Sockelgeschoß miteinander verbunden sind. Die Landschaftsgestaltung für das Areal und für das durchgängige Parkgebiet im Zentrum der Anlage wurde von den Auböck + Kárász in Form von „ilês flottantes“ geplant.

Den nördlichen Bereich hat Dietrich | Untertrifaller gestaltet. Die drei Baukörper bilden einen zentralen, ruhigen Platz für die Bewohner. Die Abknickungen der beiden Solitäre öffnen das Areal nach Süden und unterstützen die Durchlässigkeit. Die kompakten Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen sind 46 bis 133 m² groß und verfügen über großzügige private Freiflächen wie Loggien, Balkone und Dachgärten. Sie sind ost- bzw. westorientiert und an den Stirnseiten als Übereck-Wohnungen konzipiert – reine Nordwohnungen können somit vermieden werden. Ein umlaufendes schmales Loggienband mit daraus vorragenden Balkonen bringt zusammen mit der vollflächigen Verglasung Licht und Offenheit in die Wohnungen. Ein besonderes Highlight ist das lichtdurchflutete Atrium, das mit vielfältigen Sichtverbindungen für eine attraktive und kommunikative Erschließung der einzelnen Stockwerke sorgt.

Von den insgesamt 156 wurden 52 Wohneinheiten als flächenoptimierte SMART-Wohnungen mit geringer Mietbelastung für die Bewohner konzipiert. Die Bandbreite der angebotenen SMART-Typen deckt die gesamte Palette ab, von effizient organisierten Wohnungen für AlleinerzieherInnen und Paare über Wohnungen für Jungfamilien bis hin zu Großfamilien. Gleichmäßig in alle Baukörper eingestreut, wurden die SMART-Einheiten mit gleichen Qualitäten wie alle Wohnungen versehen.

Die vielfältigen Gemeinschaftsräume, wie die Leselounge, in der alles vorhanden ist, um sich einen temporären Arbeitsplatz einrichten zu können oder das Kochstudio, das Platz für Familienfeiern bietet oder wie der Indoor-Spielplatz, der auch bei schlechtem Wetter für ausrechend Bewegung bei den jungen Bewohnern sorgt, dienen als zusätzliche Wohn-, Begegnungs- und Arbeitsräume, während die eigene Wohnung als privater Rückzugsort genutzt werden kann.
Möblierte Gemeinschaftsterrassen mit Weitblick über Wien und individuell anmietbare Nutzgärten auf den Dachflächen bieten der Hausgemeinschaft zusätzlich Möglichkeiten, sich kennenzulernen. Die großzügigen Waschküchen liegen im Erdgeschoß mit Fenstern zu den Spielplätzen, damit die Eltern ihre Kinder immer im Blick haben.

Das Projekt ging als Sieger aus einem öffentlichen, dialogorientierten Bauträgerwettbewerb hervor. Die Jury lobte besonders die soziale Nachhaltigkeit: “Das Projekt bietet sehr hohe nutzungsoffene Qualitäten im Erdgeschoß, es sieht vielfältige Räume für gemeinschaftliche und gewerbliche Nutzungen vor sowie Mietergärten am Dach.”