Haschahof wird zum Zukunftshof

Foto: PID/Bohmann

BV Marcus Franz, Andreas Gugumuck, Frauen- und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal,

GF wohnfonds_wien Gregor Puscher (von li. nach re.)

 

Nach einem zweistufigen Auswahlverfahren steht das Ergebnis nun fest: Das Team „Zukunftshof Stadtlandwirtschaft“ bekam den Zuschlag für die künftige Nutzung des Haschahofs. Damit verbunden ist die Aufgabe, innovative Ideen für den Haschahof umzusetzen und für positive Effekte für die ganze Region Favoriten Süd zu sorgen.

Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal präsentierte die Pläne am 26. Juni direkt am Haschahof: „Mit dem neuen Nutzungskonzept steht dem Haschahof eine blühende Zukunft bevor, die positive Effekte für die ganze Region Favoriten Süd mit sich bringt. Die Zukunft des Haschahofs ist gesichert und ich freue mich besonders, dass diese Gutshof-Perle damit mittelfristig auch für alle Wienerinnen und Wiener geöffnet wird“, so Gaal.

Ein neues Zentrum als Treffpunkt für Favoriten

Ein wesentliches Ziel des ausgewählten Konzepts ist es, zur Mitarbeit am Haschahof einzuladen und damit aus KonsumentInnen auch ProduzentInnen zu machen. Marcus Franz, Bezirksvorsteher von Favoriten, freut sich über diesen visionären Schritt für Favoriten: „Es ist schön, dass sich die ersten Ideen zur künftigen Nutzung des Haschahofs aus einer Podiumsdiskussion herauskristallisiert haben und in Favoriten so ein neues Zentrum als Treffpunkt für die Bevölkerung entstehen wird“, so Franz.

Für den wohnfonds_wien als Eigentümer des Haschahofs wird mit dem Siegerprojekt ein wichtiger Basisbaustein für das Stadtentwicklungsgebiet Favoriten Süd gesetzt: „Als wichtiger und nachhaltiger Bestandteil der künftigen Quartiersentwicklung initiieren wir damit eine Nutzungsmischung und Belebung“, freut sich wohnfonds_wien-Geschäftsführer Gregor Puscher.

Präsentation im Detail nach dem Sommer

Andreas Gugumuck, Vertreter des Gewinner-Teams, freut sich über den Zuschlag: „Wir sind überglücklich, als Anrainer die Zukunft am Haschahof aktiv mitgestalten zu können. Der Zukunftshof soll als Leuchtturmprojekt auf die gesamte Umgebung in Rothneusiedl und Oberlaa ausstrahlen, sodass sich Alteingesessene und Neuzugezogene begegnen und vernetzen können. Unser zentrales Anliegen ist es, durch die Produktion, Veredelung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte im städtischen Umfeld alle Menschen über die verschiedensten Arten der urbanen Landwirtschaft aufzuklären und in eine ganzheitliche Kreislaufwirtschaft zu involvieren“, so Gugumuck.

Als nächster Schritt ist geplant, mit der Gründung einer Genossenschaft ein innovatives Zukunftsmodell für den Haschahof zu entwickeln. Dieser Vorgang soll gleichzeitig ein Impulsgeber für die künftige Stadtentwicklung sein. Darüber hinaus soll vor Ort laufend über den aktuellen Stand der Stadtplanung des Projektgebietes informiert werden. Nach dem Sommer werden bei einer Kick-off-Veranstaltung das Konzept sowie alle ProjektpartnerInnen des Zukunftshofs im Detail der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Zeitplan

Aktuell laufen die Vorbereitungen für die Übergabe an die BetreiberInnen des Zukunftshofs. Erste Nutzungen beinhalten Gastronomie, Events und Vernetzung mit der Bevölkerung im Stadtteil. Der Zeitplan sieht folgende Aktivitäten vor:

- Winter 2019/2020, erste Zwischennutzung und Planungsphase:
Open-Air-Veranstaltungen, Wochenmarkt, Gastronomie, Soziales und Kulturrahmenprogramm, Kunstbegleitung

- Winter 2020/2021, Sanierungsphase:
Führungen und Informationsveranstaltungen, Gastronomie, Ab-Hof Verkauf

- Ab 2021 Vollbetrieb:

starke lokale Vernetzung

Die interdisziplinär besetzte Fachjury hebt in ihrer Entscheidung hervor, dass das Projekt „Zukunftshof“ neben seinen vielfältigen Nutzungsideen eine starke lokale Vernetzung signalisiert und auf eine langfristige Gebietsentwicklung Rücksicht nimmt. Die Leitidee „Stadt-Land-Wirtschaft“ skizziert sowohl wirtschaftliches als auch soziales Handeln sowie den Wandel des Agrar- und Ernährungssystems im urbanen Umfeld. Das Projekt überzeugt dadurch, dass mit dem Zukunftshof ein identitätsstiftendes Zentrum entstehen und von Produktion bis Forschung die künftige Stadtentwicklung des Projektgebiets Rothneusiedl mitgestaltet werden soll.

Geschichte des Haschahofs

Der Haschahof in Rothneusiedl (Favoriten) stammt aus der Zeit um 1900. Thomas Hascha begann 1920 mit der Landwirtschaft, damals unter dem Namen „Gutspachtung Rothneusiedl“. Es wurden Milchwirtschaft, Schweinehaltung und Anbau von Getreide, Gemüse und Zuckerrüben betrieben. 1987, als einer der ersten Wiener Landwirtschaftsbetriebe, wurde der Hof auf biologischen Landbau umgestellt. Seit 1991 war das Familienunternehmen ein anerkannter Biobetrieb mit Schafen, Hühnern, Getreide- und Gemüseanbau. Seine Beete und Gärten wurden mit einem Selbsternteprojekt über viele Jahre hinweg den NachbarInnen zum Selbstanbau überlassen. 2001 wurde der Betrieb in Haschahof umbenannt, seine Bewirtschaftung konnte jedoch bald nicht mehr gewährleistet werden.

Mitte August 2015 erwarb der wohnfonds_wien, fonds für wohnbau und stadterneuerung, im Zusammenhang mit dem Ankauf von rund 45 Hektar Grundfläche im Sinne der Bodenbevorratung auch das gesamte Ensemble, das nicht unter Denkmalschutz steht. In den letzten Jahren hat der wohnfonds_wien umfangreiche Investitionen zur Sicherung und Instandhaltung des Areals und der Gebäude vorgenommen. Derzeit wird die Liegenschaft von Rettungshundestaffeln zum Training benutzt.

Aufgabenstellung des Auswahlverfahrens

Der Liegenschaftseigentümer wohnfonds_wien hat mit dem Siegerprojekt für den gesamten historischen Haschahof mit rund 10.000 Quadratmetern Fläche ein geeignetes, wirtschaftlich eigenständiges langfristiges Zwischennutzungskonzept gefunden.

Die Endauswahl des zweistufigen Verfahrens hat am 13. Juni 2019 stattgefunden. Gesucht wurde nach dem besten Konzept, welches möglichst vielfältige Nutzungen miteinander verbindet.


 


 

 

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